Von LinkedIn-Kommentaren zur IP-Kooperation: Im Gespräch mit Weixlbaumer und Pöschl

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Shownotes

In dieser Episode des Kanzleimarketing-Podcasts spreche ich mit Manuela Astrid Weixlbaumer und Simon Pöschl. Manuela ist Head of Intellectual Property in einem österreichischen Technologiekonzern, IP-Trainerin und Host des YouTube-Formats „The Cherry Compiler“. Simon ist Rechtsanwalt und Partner bei AWZ Rechtsanwälte mit Schwerpunkt im unternehmerischen Zivilrecht und IP. Gemeinsam erläutern die beiden, wie sie komplexe Themen einfach und verständlich erklären – und warum ihre LinkedIn-Kooperation so erfolgreich ist.

Wir sprechen über:

  • Wie Manuela und Simon sich über LinkedIn kennengelernt haben und ihre IP-Kooperation entstand  
  • Warum verständliche Sprache und Humor im juristischen Marketing so wirksam sind  
  • Wie Personal Branding für angestellte Juristinnen und Juristen funktioniert  
  • Praxisrelevanz: Warum die besten Themen oft aus realen Fragestellungen entstehen  
  • Erfolgreiche Content-Erstellung im Team – von der Idee bis zum Beitrag  
  • Der Balanceakt zwischen fachlicher Tiefe und verständlicher Darstellung  
  • Welche Rolle LinkedIn für Kanzleien, Employer Branding und Akquise spielt  
  • Wie man mit kritischen Kommentaren und Mansplaining souverän umgeht  
  • Urban Legends im Berufsrecht – inklusive des Mythos rund ums „Eis essen“  
  • Entwicklungen auf LinkedIn und wie KI den Content beeinflusst  

Du hast Fragen an Alexander oder möchtest Themen für zukünftige Episoden vorschlagen? Dann schreib mir an info@kanzleimarketing-podcast.de

Herzlich willkommen zu einer neuen Folge, das Kanzleimarketing-Podcast. Heute bin ich auch wieder nicht alleine, sondern in Gesellschaft hier, und zwar wir sind nicht nur zu zweit, sondern zu dritt heute. Ich fange einfach mal an, meine Geste heute vorzustellen, und zwar Ladies First mit Manuela Astrid Weixlbaumer. Sie ist Head of Intellectual Property, arbeitet in einem österreichischen Technologiekonzern und ist daneben auch als IP-Trainerin tätig und mit eigenem YouTube-Kanal The Cherry Compiler aktiv. Dort spricht es über geistiges Eigentum, künstliche Intelligenz und Frauen in technischen Berufen. Das Format hat sie damals während der Elternzeit aufgebaut und parallel dazu LinkedIn als zentralen Personal Branding-Marketing-Kanal, Vernetzungskanal aufgebaut. Wahrscheinlich sind viele, die schon länger hier auf Podcast dabei sind, jetzt: „Okay, das kommt mir bekannt vor. Sie waren nämlich schon einmal hier Das war einmal im Einzelinterview bei mir in der Folge und hat damals beschrieben und erklärt, wie sie damals ihre Personal Brand entwickelt hat, wie die Idee kam und auch, warum Sichtbarkeit für Juristen unabhängig von Anstellung oder Selbstständigkeit dann so wertvoll sein kann. Genau da werden wir jetzt anknüpfen, und zwar mit dem zweiten Gast, mit Ihnen, Herrn Pöschl. Freut mich sehr, dass Sie da sind. Simon Pöschl ist Rechtsanwalt, ist einer von sieben Partnern der Kanzlei AWZ Rechtsanwalt in und sein Schwerpunkt liegt im unternehmerischen Zivilrecht, insbesondere im Bereich Markenurheberrecht, wenn ich es richtig verstanden habe.

Sprecher 1 (00:01:38.03)
Zusätzlich sind sie auch bei der Ausbildung von Rechtsanwaltsanwärtern mit involviert beziehungsweise verantwortlich, lernen an der FH Kufstein und an der MCI Innsbruck. Ich habe gehört, Sie haben schon eine längere Vorlesungszeit jetzt gerade hinter sich heute und verbinden so eben die juristische Expertise mit nahbarer Kommunikation auf Social Media. Da kommen wir jetzt gleich dazu, auch wie Sie gemeinsam da angefangen haben, dazu gekommen sind, diese komplexen, in dem Fall natürlich vor allem IP-Themen, verständlich und zugänglich zu machen. Ja, freut mich sehr, dass Sie da sind. Ich übergebe das Mikrofon gerne einmal jeweils an Sie beide und korrigieren Sie mich gerne, wenn ich irgendwas falsches erzählen sollte.

Sprecher 3 (00:02:19.23)
Herzlichen Dank, Herr Klingel, für die erneute Einladung. Ich freue mich sehr, dass wir heute dabei sein können und dass der Simon auch mit dabei ist. Soll ich Ihnen einfach mal ein bisschen frei von der Leber weg erzählen, wie wir uns kennengelernt haben, oder?

Sprecher 1 (00:02:35.15)
Das wäre meine erste Frage, genau. Das würde mich am meisten interessieren: Wie kam es denn eigentlich dazu? Und gerade jetzt in der Kombination, war das auch für Sie dann der Start, Herr Pöschl, zum Thema Personal Branding und Marketing auf LinkedIn? Oder waren Sie davor schon aktiv? Wie kam es am Endeff dazu, so als offene Frage in den Raum gestellt? Genau.

Sprecher 2 (00:03:01.19)
Ich wurde irgendwann mal vor ein paar Jahren von meiner Frau, die in der Kommunikation tätig ist, auf LinkedIn geprügelt, wenn man so will, weil sie gesagt hat: „Macht doch da mal was und versuch es doch einmal. Ich war da relativ unregelmäßig tätig, aber ich habe da immer wieder mal gepostet, habe geschaut, wie reagiert man darauf so und habe das als Plattform auch gesehen, wo ich mich vernetzen kann, auch international mit Kolleginnen und Kollegen, die in der gleichen Schiene posten, wo man sich voneinander profitiert tatsächlich. Ich bin dann relativ bald schon auf die Postings von der Manuela aufmerksam geworden. Einerseits nicht erst seit ich eine Tochter habe, aber seitdem ganz besonders interessiert mich tatsächlich Female Empowerment. Auch deswegen, weil ich in meinen Studiengängen, gerade hier an der FH Kufstein, zu 90% 100% Studentinnen habe und nicht Studenten. Das zweite ist, ich bin aufmerksam geworden über ein ganz einfaches Video. Das ist jetzt falsch. Das Video ist so gemacht, dass es einfach erklärt wird. Das ist ein hochkomplexes Thema, nämlich das Urberecht, wirklich verständlich in fünf Minuten zu erklären, dieses Kunststück. Das habe ich auf Cherry Compiler gesehen und da habe ich dann, ich Weiß gar nicht mehr genau, wie es dann zu dem Kontakt gekommen ist, aber ich glaube, wir haben halt wechselseitig einmal Beiträge kommentiert und die Manuela ist dann tatsächlich auf mich zugekommen und hat einmal gesagt, wir könnten doch einmal was gemeinsam machen.

Sprecher 2 (00:04:44.07)
Und Da übergebe ich jetzt gerne an dich wieder, wie du das erlebt hast.

Sprecher 3 (00:04:50.09)
Ja, sehr gern, Simon. Genau, Herr Klingel, beim letzten Mal habe ich Ihnen ja schon erzählt, die Magie passiert eigentlich in den Kommentaren und so war das ja bei und mir auch. Wenn man nicht weiß, wie man auf LinkedIn starten soll, weil man zum Beispiel nicht weiß, wie man einen Post schreibt, einfach mal die Kommentare checken, denn dort lernt man die Leute kennen. Und ich glaube, Simon hat bei mir eben kommentiert und dann dachte ich mir: „Ja, sehr cool. Simon ist Anwalt in dem Fachgebiet, in dem ich auch tätig bin. Es ist ja immer toll, wenn man Kontakte knüpft. Und wir waren uns irgendwie sympathisch, weil er hat mich unterstützt und ermutigt und auch meine Beiträge geteilt. Und ich habe den Cherry Compiler natürlich als YouTube-Format konzipiert, aber eben mit LinkedIn als starker Begleitplattform. Oder ist es umgekehrt, weil ich bin eigentlich natürlich trotzdem ja auf LinkedIn. Jedenfalls habe ich natürlich Videos einerseits als Mittel meines Personal Brandings, andererseits aber natürlich Textbeiträge auf LinkedIn. Und ich dachte, das eignet sich ja ganz wunderbar, dass wir eine Kooperation machen, eben unter meiner Marke The Cherry Compiler aber in Konparation mit Simon Pöschl. Ich habe ein paar andere Co-Autorinnen und Autoren auch, aber Simon ist da meine go-to Person, wenn es das IP-Recht geht und wir machen mit Abstand das meiste gemeinsam, weil das einfach passt, weil einfach der Humor stimmt und das ist auch ganz wichtig.

Sprecher 3 (00:06:18.12)
Es ist ja was eigentlich Privates oder Freiwilliges, was wir da machen. Ich habe dann einfach mal geschrieben damals: „Herr Pöschl, wollen Sie nicht mit mir einen Beitrag zum Thema? Ich weiß gar nicht mehr, was das war. Wir haben wirklich schon zu viel gemeinsam gemacht. Über Remixes im Urheberrecht haben wir zum Beispiel geschrieben. Genau, generische Markennamen hatten wir neulich, ja, querbeet eigentlich. Simon war dann gleich Feuer und Flamme. Wir haben telefoniert und wir machen das immer so: Ich quasi liefere den Input, worüber könnten wir schreiben oder wir entscheiden es gemeinsam, aber ich mache dann eben das Grundgerüst in dieser Tonalität, die ich immer habe, die ich mittlerweile auch ein bisschen zu meinem USB entwickelt habe. Also mittlerweile schreibe ich eigentlich, wie ich spreche auf LinkedIn. Also ich habe mich ganz verabschiedet davon, dass es juristisch klingen soll, sondern im Gegenteil, es soll auch geschrieben so klingen, als wenn ich jetzt einer Freundin was erkläre. Und Simon liefert dann immer den fachlichen Input, der natürlich dann schon sehr tiefgreifend ist. Als Anwalt hat er natürlich ganz andere Möglichkeiten, als ich noch mal mit Rechergetools, OGH-Entscheidungen, OGH-Entscheidungen, was weiß ich. Und dann wird das alles zusammengeschrieben noch mal, ein Visuelle erstellt und so gehen wir da eigentlich vor und das macht irrsinnig Spaß.

Sprecher 1 (00:07:42.05)
Ja, spannend. Sehr schön. Also gerade so dieser Punkt, den finde ich ganz spannend, mit der Einfachheit, die ja, wie der Name schon sagt, es soll einfach klingeln am Endeff, soll einfach erklärt sein. Das ist ja das Schwierigste tatsächlich, so komplexe Themen wirklich einfach und irgendwie so ein bisschen mit Humor auch zu erklären, dass man es damit besser verstehen kann, je einfacher es aussieht, desto schwerer war es am Ende auch. Sehr, sehr spannend. Das finde ich sehr, sehr gut. Was denken Sie denn, warum funktioniert diese Mischung denn so gut? Also gerade jetzt noch mit Ergänzung quasi zum Bereich oder mit Ergänzung eines Rechtsanwalts dazu jetzt.

Sprecher 3 (00:08:28.15)
Soll ich das beantworten oder Herr Pöschl?

Sprecher 1 (00:08:31.05)
Wer möchte.

Sprecher 2 (00:08:33.02)
Also ich würde da gleich, wenn ich darf. Ich glaube, die wirklich große Qualität von der Manuelle ist genau das, dass sie es schafft und das ist eine Qualität, von der ich natürlich sehr profitiere. Komplexes Sachverhalten in wirklich sehr verständlicher Sprache und unterhaltsam vor allem dann zu formulieren. Ich will mich jetzt nicht selber loben, aber meine Evaluationen bei den Lehrveranstaltungen sind auch so. Ich muss natürlich in der Lehrveranstaltung ein ganz anderes Niveau fahren, in einem LinkedIn-Beitrag und auch von der Sprache, aber ich versuche es irgendwie mit Humor, mit plastischen Beispielen und so weiterzubringen. Und das war auch was, was mich getriggert hat, mit der Manuela damals Kontakt aufzunehmen, weil Wie du auch richtig gesagt hast, Manuela, da ticken wir gleich. Da haben wir einen gleichen Zugang. Du kannst es noch viel besser als ich. Deswegen schätze ich auch diese Kooperation sehr. Ganz einfach, weil für diese Schiene, für Social Media, wirklich einfach eine hervorragende und wirklich einzigartige, wie ich finde, Art, die Sachen einfach zu transportieren. Ich darf dann im Hintergrund sozusagen ein paar Fakten liefern. Ich bekomme schon ein tolles Gerüst. Ich kann da einarbeiten. Ich weiß, in welcher Tiefe sie sich das ungefähr vorstellt, liefere dann ein paar Entscheidungen, ein paar Fakten, ein paar juristische vielleicht Beispiele auch dazu aus der jüngeren Judikatur.

Sprecher 2 (00:10:16.13)
Und das wird dann verarbeitet zu wirklich hervorragenden Beiträgen. Und diese Kooperation ist wirklich für mich ganz was Befruchtendes. Ich muss auch immer wieder mal mich die neuen Sachen einlesen. Es ist eine spannende Diskussion und vor allem ist es schön zu sehen, wie verständlich man eigentlich diese Sachen erklären kann, gerade in einer Welt, in der ich mich bewege, wo man in einer Sprache spricht, die für ganz viele Menschen nahezu fast schon an eine Perversion der Sprache erinnert, weil sie hochkomplex ist, manchmal auch sein muss. Um was ganz klar und unmissverständlich und über jeden Zweifler haben auszudrücken, müssen die Sätze unter Umständen einmal sieben, acht Zeilen lang sein. Es hilft oft nichts, aber es geht halt eben auch anders. Und ich finde, es ist wirklich ein leuchtendes Beispiel, wie die, also sowohl am YouTube-Kanal, Cherry Compiler oder eben auf LinkedIn, wie du das schaffst, Manuela.

Sprecher 3 (00:11:17.16)
Ja, danke Simon. Stimmt. Also was soll ich da sagen? Ich fühle mich sehr geschmeichelt. Danke für das wertschätzende Feedback. Ich möchte nur sagen, ich schätze unsere Zusammenarbeit natürlich auch sehr. Ich glaube, wir ergänzen uns wirklich Wir nennen das ja scherzhaft auch die IP Fruit Basket. Ich glaube, irgendwann habe ich gesagt, du bist der Kumquat of law. Keine Ahnung, sind wir auf die Kumquat gekommen. Ich weiß es nicht mehr, aber das ist einfach unser Humor. Du nimmst mir das nicht übel und ich finde das mega cool. Jedenfalls, Herr Klingel, das ist eigentlich auch irgendwie für mich das Missverständnis, das viele haben und viele vielleicht daran hindert, als Anwalt, Anwältin, auf LinkedIn aktiv zu werden, dass man wenn man beiträge Postings schreibt, irgendwie oberflächlich wird und ich möchte das eigentlich gerne ausräumen. Natürlich gibt es diese Postings mit, was weiß ich, ich habe meinen Teebeutel in der Tasse vergessen und das sind meine fünf Key Take away daraus. Also man kann sich auf so einem Niveau bewegen, selbstverständlich. Und wir sehen das oft auf LinkedIn, aber das ist eben nicht gemeint. Es geht nur eben darum, dass man das als Marketinginstrument versteht. Denn natürlich, Juristinnen und Juristen, die Studium absolviert haben: „Ja, jeder von uns hat eine Diplomarbeit verfasst, kann wissenschaftlich arbeiten.

Sprecher 3 (00:12:35.18)
Das heißt, aber wenn man dieses Niveau haben möchte, ist es besser, man arbeitet mit den Verlagen zusammen, publiziert in Fachliteratur, weil LinkedIn ist eben tatsächlich Marketing. Und wenn man diesen Split-Spot gefunden hat zwischen fachlicher Tiefe und cool erklären, dann finde ich, hat man das verstanden, wie man diesen Hebel nutzen kann. Und unsere Beiträge performen wirklich gut. Man muss das auch als Nischenbeiträge sehen. Wenn man da 50 Likes kriegt, ist man super unterwegs. Das ist nicht mit viralen Beiträgen zu vergleichen, die 200, 300 Likes bekommen, weil das ein ganz anderes Publikum abholt. Ich finde, wir sind da gut unterwegs. Simon hatte übrigens sogar mal einen viralen Beitrag.

Sprecher 1 (00:13:19.16)
Ja, da kommen wir gleich zu drauf. Das haben wir uns vorhin besprochen. Das habe ich auch gesehen tatsächlich. Ja, da kommen wir gleich drauf. Ich finde, das ist extrem … Das ist tatsächlich so die Schwierigkeit auch, sehe ich zumindest immer regelmäßig, bekomme ich auch regelmäßig rückgemeldet. Gerade für all diejenigen, die irgendwie im rechtlichen Bereich unterwegs sind, da sieht die Ausbildung ja tatsächlich eben vor, dass man sich sehr, sehr präzise ausdrückt und das ist ja extrem wichtig für das Tagesgeschäft, weil das wird ja erwartet, wenn ich jetzt irgendwie, was auch immer, einen Vertrag, eine Markenanmeldung, irgendwas Rechtliches erstellt bekomme oder erarbeitet bekomme, dann soll das ja wasserdicht sein am Ende. Aber diesen Switch hinzubekommen zum Marketing und da das im Kopf dann auszuschalten, diese ganz andere Art des Schreibens irgendwie, wie jetzt eben im Tagesgeschäft da auch zuzulassen, vielleicht so ein Stück weit. Ein bisschen Mut zur Lücke ist es am Ende ja im Marketing irgendwo auch. Das ist schon schwierig. Das glaube ich sehr, sehr gerne und das höre ich auch von Kunden regelmäßig, dass es schon irgendwo Herausforderung ist, weil man einen sehr krassen Switch machen muss von Marketing zum Tagesgeschäft. Aber es zeigt sich ja immer wieder, potenzielle Mandanten sind ja überhaupt nicht abgeschreckt im Gegenteil davon, wenn man tatsächlich die Sachen einfach auf den Punkt bekommt.

Sprecher 1 (00:14:50.19)
Ich sage im Gegenteil, weil man da ja dann mal sieht, okay, das ist ein komplexes Thema, aber hier habe ich es zum ersten Mal verstanden, dann melde ich mich doch dort, weil dann habe ich da nicht die Angst, dass jemand mir da was erzählt, wo ich dann am Endeffel nicht verstanden habe, was es geht. Deswegen ist diese Angst, auf Social Media zu flach rüberzukommen, solange man sich Mühe gibt, in der Regel wahrscheinlich eher unbegründet. Sie haben ja vorhin erzählt, Herr Pöschl, dass Sie so ein bisschen zu Ihrem Glück gezwungen wurden, da mal auf die Plattform zu gehen, so ein bisschen in die Sichtbarkeit zu gehen. Haben Sie es denn bisher bereut?

Sprecher 2 (00:15:24.17)
Nein, überhaupt nicht. Man sieht auch die Medienkompetenz meiner lieben Frau, dass sie mir genau diese Plattform empfohlen hat, weil es hat zwei Mehrwerte für mich. Das eine ist natürlich die Sichtbarkeit des Marketings, sozusagen, dass ich für potenzielle Klientinnen und Klienten sichtbar und erreichbar bin, dass ich meine Kompetenz zur Schau stellen kann, wenn ich so will. Und das zweite ist aber die Vernetzung mit fachlichen Kollegen, mit Leuten wie der Manuela, mit Leuten wie dem Kollegen Giresa oder Zemann aus Wien, sich fachlich auszutauschen. Und ich bekomme auf LinkedIn mittlerweile die Entscheidungen vom französischen IP-Recht über deutsche IP-Richtsentscheidungen mehr oder weniger in Echtzeit mit und lese zwei Monate später in den Fachzeitschriften dann die Urteilsbesprechungen, die ich alle schon kenne. Also tatsächlich diese Vernetzung mit Fachkollegen und der fachliche Austausch auf durchaus hohem Niveau, muss man durchaus sagen. Und gleichzeitig diese Möglichkeit, sich zu präsentieren, auch für Klientinnen und Klienten, ist tatsächlich was, was ich an der Plattform sehr schätze. Und ich meiner Frau sehr dankbar bin, dass sie das so mit Nachdruck mich da angehalten hat, doch mal das zu probieren. Und wie gesagt, es ist ganz unterschiedlich. Man sieht es auch an den Beiträgen, wie sie performen.

Sprecher 2 (00:16:58.21)
Die Fachbeiträge Das ist natürlich in der Regel schlechter als jetzt der eine virale Beitrag, den du angesprochen hast, Manuela, wo es einfach nur einen Scherz meiner Konzipientinnen und Konzipienten mit mir gegangen ist, der wirklich durch die Decke mit 260. 000 Views und 900 irgendwas Likes. Das war völlig unabsehbar. Ich wollte eigentlich nur meinen Konzipienten was zurückgeben, weil sie sich einen Scherz mit mir erlaubt haben, aber es ist halt offenkundig gut angekommen. Jetzt musst du kurz erklären oder erzählen, worum es in dem Beitrag ging. Ich bin in der Früh in die Kanzlei gekommen und meinem Posteingang bin ich durchgegangen. Wir Anwälte bekommen immer noch papierende Post und da ist dann so ein Mahnschreiben dabei und da habe ich gedacht: „Was habe ich jetzt schon wieder vergessen, zu bezahlen? Ich versuche schon, kein zäumlicher Zahler zu sein, aber manchmal passiert es halt. Und dann sehe ich da ein Mahnschreiben von zwei meiner Konzipientinnen, die mir in der Woche davor, einmal, als ich Stress gehabt habe, zum Mittag Sushi gebracht haben, das wir dann gemeinsam in der Kanzlei gegessen haben. Und ich habe vergessen, das zu bezahlen und die haben dann ein Mahnschreiben reingelegt und da ist dann drinnen gestanden.

Sprecher 2 (00:18:09.12)
Also wie wir unsere Mahnschreiben formulieren, wenn sie nicht bezahlen, ihnen die Inanspruchnahme gerichtlicher Hilfe zu ersparen, empfehlen wir ihnen die rechtzeitige Zahlung und so, keine weiteren Unkosten. Und ich habe das halt nur schnell abfotografiert und einen kurzen Post dazu gemacht und der ist unglaublich durch die Decke gegangen. Ich habe mich in den Post eigentlich bei den Konzipientinnen bedankt, die wirklich sehr hervorragende Arbeit leisten tagtäglich. Und es hat mich eigentlich gefreut, dass die das machen, weil das zeigt von einem gewissen Vertrauen, dass sie ihren Go-to weil sie sozusagen auch einmal mit einem Scherz in der Früh kalt erwischen können und das nicht zu ihrem Nachteil gereicht ist. Das freut mich ja, dass die das so sehen und dass sie wissen, dass ich genug Humor habe. Und ja, das ist tatsächlich … Ich habe da nur mehr so gestaunt, wie die Impressions nach oben rattern und die Likes nach oben rattern. Das war ich nicht gewohnt. Normalerweise habe ich vielleicht so 2, 3. 000 Views und ebenso wie die Manuel sagt, wenn man 50 Likes kriegt, ist das großartig. Und da waren es auf einmal dann, keine Ahnung, am Nachmittag über 200. Eine eigene Erfahrung, eine einmalige Erfahrung auch, muss man dazu sagen.

Sprecher 1 (00:19:27.06)
Sehr gut.

Sprecher 3 (00:19:28.06)
Ich habe mich sehr gefreut für den Simon, habe das auch mit verfolgt und du hast ja das, glaube ich, alles beantworten müssen dann nachher noch. Also ein viraler Beitrag sorgt natürlich auch für viel Nacharbeit. Ich finde es aber wirklich cool, weil es einfach zeigt, wie der Simon ist. Also so was ist ja Employer Branding Gold. Wenn da Studierende sehen, die ja oft auch auf LinkedIn angemeldet sind, die denken sich: „Was für eine coole Kanzlei, da will ich arbeiten, wenn ich so einen Chef habe. Also besser kann man es nicht machen, finde ich.

Sprecher 1 (00:19:55.15)
100%. Also definitiv, ja.

Sprecher 2 (00:19:57.20)
Ich habe tatsächlich auch, nur noch ganz kurz, tatsächlich Feedback bekommen von Richterinnen und Richtern am benachbarten Landesgericht, wo immer die Rechtspraktikanten, die Referentarien wären es in Deutschland, dann mit den Richtern Würde ich sich austauschen. Und mich haben befreundete Richterinnen und Richter auf diesen Beitrag angerufen, die selber nicht auf LinkedIn sind und gehört haben, dass es diesen Beitrag gibt.

Sprecher 1 (00:20:27.23)
Das ist schon stark. Also quasi cross-media. Über die Plattformgrenzen hinaus. Ja, sehr stark. Sie hatten es vorhin mal im Nebensatz gesagt, dass viele Beiträge oder die meisten Beiträge natürlich schlechter performen. Ich finde, das ist immer so ein bisschen eine Frage der Parameter, an denen man es festmacht. Was heißt denn schlecht? Aber Sie, Frau Wechselbaumer, meinten ja vorhin auch, Sie sind ja da in einem sehr nicheigen Bereich unterwegs. Bin ich am Endeff auch, einfach mit anderen Zielgruppe teilweise. Und die Beiträge sollen jetzt auch nicht die breite Masse ansprechen. Dafür sind sie nicht gemacht, sondern eben ein gewisses Zielpublikum. Und ich würde da auch gar nicht, zumindest nicht als einzige Parameter, irgendwie Likes, Kommentare oder Reichweite ansetzen, zumindest nicht im Vergleich mit eben so einem 900+-Likes-Beitrag, weil dann würde ja das Konzept am Ende schon wieder nicht aufgehen können und eben der fachlichen Beiträge eben schön oder gut lesbar für Social Media aufbereitet, weil das Zielpublikum ja gar nicht in der Masse vorhanden ist, wie jetzt für, ich sage jetzt einfach mal, seichtere Kosten. Und das ist ja am Endeffrage des Ziels: Was möchte ich erreichen? Employer Branding. Wir hatten es ja in der letzten Episode, Frau Weichselbaumer, wie auch das Ganze helfen kann, eben bis hin zur Beförderung.

Sprecher 1 (00:21:58.07)
Glückwunsch an der Stelle noch. Da hatten wir uns, glaube ich, noch gar nicht so richtig drüber unterhalten. Oder eben als Angestellter, als Selbstständiger auch in der Akquise und vom Ziel hängt es dann am Ende immer ab, was bewerte ich dann jetzt als Erfolg und was als Misserfolg. Also nur rein auf die Zahlen da zu schauen, ohne den Kontext, sagt aus meiner Sicht jetzt noch gar nicht aus, ob das jetzt ein guter oder ein schlechter Beitrag war.

Sprecher 3 (00:22:23.02)
Da bin ich ganz bei Ihnen, Herr Klingel, denn auf LinkedIn gibt es ja so viele stille Mitlesende. Ich habe da mittlerweile einen Content-Mix Ich schreibe natürlich Meinungsbeiträge zum Thema Female Empowerment, wo ich mich oft auch sehr deutlich äußere eigene Erlebnisse verarbeite, einfach Mut machen möchte. Und das ist mir auch ein soziales Anliegen, das ich habe. Ich nutze tatsächlich mittlerweile meine Reichweite für soziale Statements, weil ich denke, das gehört mal gesagt. Und die performen natürlich deutlich besser. Man spricht manchen Leuten aus der Seele, die unterstützen das dann. Und das mache ich gar nicht aus Kalkül, aber das ist andere Art Beiträge. Mit den Fachbeiträgen gibt es oft stille Mitlesende, die denken sich dann: „Ja, wenn ich einen Anwalt brauche im IP-Recht, dann gehe ich zu Herrn Pöschl. Oder wenn ich eine Trainerin brauche, die das verständlich erklärt, dann frage ich die Frau Weichselbaumer. Das bleibt oft den Leuten irgendwie im Gedächtnis hängen und dann kommen die irgendwann auf dich zu. Also diese Beiträge zahlen massiv auf die Reputation ein. Das darf man nicht unterschätzen. Da ist die Währung nicht Likes, sondern einfach die Reputation, die man sich nach und nach aufbaut. Und das ist eigentlich der kräftigste und stärkste Hebel aus meiner Sicht.

Sprecher 1 (00:23:38.06)
Kurzer Hinweis in eigener Sache: Ich bin ja Agenturinhaber und kein Influencer, deswegen versuche ich jetzt hier auch nicht, irgendwelche Produkte zu verkaufen. Allerdings habe ich ein kostenfreies Angebot, was für dich durchaus interessant sein könnte, vorausgesetzt, ob es Rechtsanwältin oder Rechtsanwalt. Ich biete nämlich kostenfrei einen individuellen „Aquise Guide für Kanzleien an. Der Deal sieht so aus: Du nennst mir ein paar Details zu den Mandanten, die du akquirieren möchtest. Ich erarbeite kostenfrei eine individuelle Strategie als Schritt-für-Schritt-Fahrplan, wie du dieses Ziel am Ende erreichen kannst. Bei Rückfragen können wir sehr gerne kostenlos telefonieren, müssen wir aber nicht. Solange du das Formular ausfüllst, erstelle ich dir den Guide und schicke ihn auch kostenfrei zu. Es ist jetzt nicht irgendwie, du trägst dich ein und dann ist es doch ein Telefonat oder ein Gespräch Vielleicht. Falls nicht irgendwas Gravierendes fehlt, was ich brauche, das zu erstellen, melde ich mich nicht per Telefon und schicke dir einfach den fertigen Guide zu. Vielleicht fragst du dich aber: „Ja, was hat er denn davon? Warum bietet er das überhaupt an? Und na ja klar, entweder bist du so überzeugt, dass du meine Unterstützung bei der Umsetzung möchtest. Super. Oder falls nicht, hinterlasse ich zumindest mal hoffentlich vielleicht einen positiven Eindruck und du empfiehlst mich dann gegebenenfalls eben an der richtigen Stelle irgendwann weiter.

Sprecher 1 (00:25:01.05)
Aus meiner Sicht ist das Win-win. Falls du Interesse hast, dann gehe jetzt auf acquiseguide. De. Den Link findest du auch in den Show Notes und jetzt geht es aber wirklich weiter mit der Episode. Vielen Dank fürs Zuhören. Definitiv. Auch so diesen langfristigen Aspekt damit reinzubringen und sich das immer wieder vor Augen zu führen, dass es eben die Reputation die man aufbaut, die eigene, und die man eben auch pflegt. Und dann ist das ja auch ein guter Grund, zu sagen, ich versuche jetzt nicht einen viralen Beitrag nach dem nächsten zu jagen, auf Kosten der Reputation vielleicht, sondern ich versuche halt, die bestmöglichen Inhalte, die zu meiner Zielgruppe, zu meinen Werten, zu meinen Zielen passen am Ende zu erstellen und das irgendwie jede Woche aufs Neue. Das ist ja so ein bisschen auch das, was Personal Branding irgendwie zwischen den Zeilen zumindest mit sich bringt. Wir hatten es im Sie haben ja im Vorgespräch einmal kurz angesprochen zum Thema Personal Branding, auch Anwaltschaft dann vielleicht konkret. Da gibt es ja schon immer wieder so eine gewisse Vorsicht von vielen, teilweise vielleicht sogar so eine gewisse Angst, einfach Auch wenn man mit Anwaltswerbung im Hinterkopf denkt, man muss da ein bisschen mehr aufpassen, als man vielleicht am Ende muss.

Sprecher 1 (00:26:23.09)
Was würden Sie denn sagen, Herr Pöschl, wie würden Sie es einordnen, wie hoch ist die Gefahr, vielleicht unprofessionell zu wirken oder vor allem, wie hoch ist die Gefahr, da gegen das Berufsrecht am Ende vielleicht sogar zu verstoßen? Ist das tatsächlich so heikel, wie bei vielen es im Kopf irgendwie verankert ist?

Sprecher 2 (00:26:44.23)
Man muss eines klar sagen. Ich weiß jetzt nicht genau, wie es in Deutschland ist. Ich glaube, es ist etwas liberaler als in Österreich, aber wir haben in Österreich schon ein relativ restriktives Regime, was die Werbung von Anwälten anbelangt. Wir dürfen Werbung machen, das ist nicht verboten. Wir Wir müssen in der Werbung sachlich bleiben. Wir dürfen nicht reißerisch werben und nicht marktschreierisch auftreten, wie das vielleicht US-amerikanische Anwälte mit Werbungen auf Bussen und so weiter machen. Das wäre bei uns alles unzuwissen.

Sprecher 1 (00:27:17.18)
Großer Unterschied, ja.

Sprecher 2 (00:27:19.03)
Natürlich ist es erlaubt, auf Social Media aufzutreten. Natürlich ist es erlaubt, auch Employer Branding als Anwalt zu machen. Es wird immer wichtiger, Der Anwaltsmitarbeiterinnen-und Mitarbeitermarkt wird immer kompetitiver für uns, Kanzleien. Wir merken das in den letzten Jahren. Aber es gibt natürlich diese Grenzen einzuhalten. Es sollte sachlich sein, es sollte nicht reißerisch sein. Ich glaube, dass sich diese Grenzen schon verschieben. Wir Anwälte gehen ja schon auch mit der Zeit und man merkt es auch an der Judikatur der Disziplinar Kommissionen beziehungsweise des inzwischen obersten Gerichtshofs, der als oberste Disziplinarbehörde zuständig ist für uns in Österreich. Man merkt schon, das geht schon mit der Zeit. Die Grenzen verschieben sich schon und trotzdem: Ehre und Ansehen des Standes müssen gewahrt bleiben. Das heißt, wir sollten sachlich bleiben. Wir sollten uns insbesondere natürlich Regeln, die eigentlich selbstverständlich sind, sollten aber im Internet, gerade auf Social Media, oft mit an den Füßen getreten werden. Also nicht andere Leute beleidigen, nicht unter jedem Beitrag, der einem nicht gefällt, irgendeinen blöden Kommentar dazu posten, sondern wirklich diese Sachlichkeit, diese Seriosität, die von uns Anwälten erwartet wird, die sollte man natürlich auch da beibehalten. Aber ansonsten denke ich schon, dass man auf LinkedIn durchaus seinen Personal Brand, wie es heute heißt, aufbauen kann, dass man mit gewissem Humor an Sache herangehen kann, dass man Kooperationen eingehen kann und diese Plattform wirklich auch nutzen, als Marketingplattform, als Employer-Branding-Plattform et cetera.

Sprecher 2 (00:29:10.06)
Man sieht es ja auch: Es machen ganz viele und ganz viele machen Das ist auch ganz gut und ganz erfolgreich. Wobei, ich glaube, dass. Es hat nicht jeder das Glück, so wie ich mit der … Ich finde es toll, dass du dich darauf eingelassen hast, Simon, weil ich glaube trotzdem, dass wir noch die Spitze des Eisbergs sehen.

Sprecher 3 (00:29:32.00)
Du hast ein paar deiner Anwaltskollegen zitiert, denen ich natürlich auch folge und die auch ganz spannende Beiträge schreiben. Ich lerne da jedes Mal was, aber nicht jeder nutzt LinkedIn noch. Und manchmal sehe ich tatsächlich auch juristen auf LinkedIn, die da noch sehr kopflastig unterwegs sind, die sich denken, die müssen jetzt da in den Kommentaren irgendwas ausfechten, was vielleicht eher wirklich in Zeitschriften, in den Magazinen, Fachmagazinen erörertet gehört und auf LinkedIn vielleicht eher die Mandanten abschreckt dann sogar. Weil wenn ich ein Rechtsproblem habe, will ich ja, dass mir das ja löst. Und zwar so, dass ich das verstehe, weil ich bin eh schon vielleicht genervt, verängstigt, was auch immer, weil ich ein Rechtsproblem habe und vor Gericht irgendwas zu tun habe. Da brauche ich einfach wen, der mich da locker durchführt an der Hand nimmt. Also ich als Juristin sehe das auch so, sehe diesen Anwaltsberuf eben wirklich in diesem modernen Kontext. Ist ja bei Ärzten auch so. Man möchte da verstanden werden, empathisch begleitet werden, bisschen Humor vielleicht auch mitbekommen. Und gerade in Zeiten von KI kann das wirklich ein USP sein, das Zwischmenschliche.

Sprecher 1 (00:30:48.03)
100%, ja. Das auf jeden Fall. Das wird definitiv wichtiger und auf keinen Fall unwichtiger. Das ist 100% so. Es ist immer interessant uns überlegen, woher kommt diese Angst teilweise oder zumindest mal diese Vorsicht gegenüber Marketing in der Branche. Ich denke, es kommt schon auch daher. Ich bin jetzt kein Rechtsanwalt und kann das Deswegen schwer einordnen, ob es in Deutschland irgendwie restriktiver oder ein bisschen liberaler ist. Ich würde die Einschätzung teilen, dass es ein bisschen offener vielleicht sogar noch ist in dem Fall, aber es war ja auf jeden Fall nicht immer so und das hängt schon so ein bisschen wahrscheinlich in den drin. Außerdem ist Social Media unabhängig von der Plattform, auch wenn LinkedIn da jetzt sich schon deutlich auch von anderen Plattformen unterscheidet, glücklicherweise, wie ich finde, ist das wahrscheinlich auch so ein bisschen in den Köpfen verankert. Social Media ist gleich reißerisch. Wenn ich da nicht irgendwie komplett reißerisch auftrete, Fakten alle schön wegignoriere, dann interessiert sich das sowieso kein, was ich mache. Das würde ich mal behaupten oder so sind Sachen, die ich häufig irgendwie so als Gründe höre, warum da der eine gewisse Aversion gegen ist. Es gibt ja auch so ein paar Urban Legends, Urban Myfs noch, die vielleicht noch mit rein spielen, warum man im Hinterkopf hat: „Das sollte ich vielleicht lieber nicht machen, sonst gibt es mit der Kammer Probleme.

Sprecher 1 (00:32:13.20)
Und eine Sache fand Da habe ich mich da ganz interessant aus dem Vorgespräch. Da muss ich auf jeden Fall mal nachhaken. Ist es in Österreich denn so, dass man als Anwalt oder als Anwältin kein Eis essen darf, zumindest in der Öffentlichkeit?

Sprecher 3 (00:32:26.00)
Herr Simon, bitte erklär uns auf.

Sprecher 2 (00:32:31.14)
Nein, das ist eine Urban Legend, die wohl einen wahren Kern hat. Es gab wohl irgendwo ein disziplinargerichtliches Erkenntnis in den 70er, 80er Jahren, ich weiß jetzt nicht, wo ein Rechtsanwalt verurteilt wurde, weil er in der Öffentlichkeit ungebührlich ein Eis gegessen hat. Ich weiß nicht, was dann ungebührlich genau war, aber es war wohl offenkundig auch eine anwesende Richterin irgendwie im Spiel. Die genauen Umstände kenne ich nicht. Was Was sich gehalten hat, ist, es ist für Anwälte ungebührlich, ein Eis zu essen. Es gibt schon auch ältere Disziplinar-Erkenntnisse, dass es für uns Anwälte gegen Ehre und Ansehen des Berufs verstoßen hat, aber bei einem Würstelstand einmal ein Würstel zu essen. Das sind aber Tempi Passate. Auch da geht man natürlich mit der Zeit und auch da sind unsere Disziplinarbehörden heute deutlich großzügiger. Und ich habe überhaupt kein schlechtes Gewissen, wenn ich mit meinen Kindern Eis essen, durch die Stadt gehe. Und es ist inzwischen eine liebgewordene Tradition, auch mit unseren Konzipientinnen und Konzipienten, dass wenn es heiß ist, dass wir uns einmal gemeinsam ein Eis holen, eine kurze Pause machen und in Innsbruck in der Maria-Tresen-Straße zur beliebten Eisdecke gehen und uns da durch die Stadt schländern. Das sind nette Mythen, die einen wahren Kern haben, wo wir mittlerweile schon längst nicht mehr so sind.

Sprecher 3 (00:33:54.14)
Simon, wie wäre es, wenn wir doch über einen Beitrag schreiben? Ich fände das köstlich. Urban Legends über Anwendung.

Sprecher 2 (00:34:06.00)
Da gibt es doch ganz andere. Können wir gerne. Aber wie gesagt, selbst ein Kammerberuf von grundsätzlich eher konservativen Menschen, wie wir Anwältinnen und Anwälte sind. Statistisch gesehen, selbst die gehen so weit mit der Zeit, dass man gewisse Sachen irgendwann mal ad acta legt und das Eisessen gehört zum Glück dazu.

Sprecher 3 (00:34:34.10)
Ja, da sind wir zum Glück weitergekommen. Ja, genau.

Sprecher 1 (00:34:38.09)
Sowohl Eisessen, als auch auf LinkedIn aktiv sein, ist in Ordnung. Beides im Rahmen, wie wir jetzt gelernt haben, im Gewissen. Genau. Wenn Sie beide jetzt an Beiträgen arbeiten, vielleicht künftig als Nächstes genau diesem Thema Legends Urban Mist, unabhängig aber vom Thema, wie sieht denn da so die Zusammenarbeit aus und wie entscheiden Sie auch im Prozess? Wann wäre es zu locker? Wann wäre es zu steif? Wann ist es zu technisch? Wann wäre es zu oberflächlich? Wie gehen Sie da praktisch ran in der Konzeption und auch dann in der Umsetzung am Ende?

Sprecher 3 (00:35:18.02)
Also mir ist natürlich die Praxisrelevanz ganz wichtig. Ich bin Unternehmensjuristin und ich arbeite in der Schnittstellenfunktion. Also ich muss meinen Kolleginnen und Kollegen der Management immer quasi möglichst einfach auch erklären, was Sache ist, und sodass die dranbleiben am Thema. Also wenn ich da jetzt mit Schachtel setzen komme, dann steigen mir die Leute aus. Und mir ist es eben wichtig, IP ist ja zum Glück ein sehr praxisrelevant Das ist ein sehr relevantes Thema. Jetzt natürlich durch den Themenkomplex rund KI hat es eine unglaubliche Renaissance auch erfahren, was mich sehr freut und sicher den Simon auch. Aber genau diese Themen mit generischen Markennamen, was wir neulich hatten. Das ist auch irrsinnig relevant für Gründerinnen und Gründer, dass eben die Marke Bestandskraft hat, dass die nicht abgelehnt wird, weil sie rein beschreibend ist und so weiter. Das ist komplette Praxisrelevanz. Und deshalb, glaube ich, ziehen die Beiträge auch gut, weil ich auch viele Start-up-Gründerinnen unter den Followern habe und die lesen das dann und denken sich: „Ja, cool, jetzt weiß ich das, weil das hätte ich mich jetzt so nicht fragen getraut oder hatte ich nicht am Schirm, was auch immer. Und das ist eigentlich das Kriterium Nummer eins: Praxisrelevanz.

Sprecher 3 (00:36:35.09)
Nummer zwei ist bei mir schon, dass es locker und verständlich ist. Mir ist aber klar, man kann es nicht ganz trivial machen. Irgendwo muss dann eben schon die Seriösität gewahrt bleiben und dass es auch dieses schwierige Feld, in dem wir uns da bewegen. Aber da Simon ja auch immer OGH-Entscheidungen liefert, BGH-Entscheidungen, alles Mögliche, liefern wir auch die fachliche Tiefe, dass andere und Juristen dann sagen können: „Oh, das lese ich nach, zum Beispiel. Das ist was Neues. Und da haben wir eigentlich ein Serviceangebot, was ganz viele verschiedene Leute abgeholt in Wahrheit.

Sprecher 1 (00:37:11.23)
Wie siehst du das, Simon? Also gerade diese Möglichkeit zu bieten, wer möchte. Hier kann man tiefer einsteigen, aber für all diejenigen, die es nicht möchten, die müssen halt nicht. Das ist eine sehr starke Kombination tatsächlich, finde ich auch. Und der Punkt mit der Praxisrelevanz kann ich nur unterstreichen. Das ist extrem wichtig. Würde ich auch jedem empfehlen, die Themen aus der Praxis zu nehmen und die Erklärungen so praxisnah wie möglich auch zu gestalten, weil, sind wir mal ehrlich, man interessiert sich ja immer doch irgendwo auch für sich selbst und für die für die eigenen Probleme, Wünsche, Ziele, wie auch immer. Dementsprechend liest man ja viel lieber irgendwelche Themen, die einen in der Praxis auch tangieren oder vielleicht auch nicht. Vielleicht Vielleicht finde ich in einem Beitrag raus, das ist zum Beispiel für mich jetzt gar kein Problem, dann ist das auch eine gute Erkenntnis für mich. Also dementsprechend die Praxis daraus zu stellen und weg von der reinen Theorie, das ist tatsächlich was, was ich nur untersteigen kann. Sehr, sehr relevanter Punkt, definitiv. Sie wollten, glaube ich, was ergänzen, Herr Pasch.

Sprecher 2 (00:38:20.23)
Entschuldigung. Einmal in meiner Erinnerung war es auch so, dass ich der nächste Beitrag mehr oder weniger aus Kommentaren zu unserem gemeinsamen Beitrag ergeben hat, also aus Nachfragen. Also auch das kann ein Thema sein. Und wie gesagt, diese Kombination aus der allgemein verständlichen Sprache in Verbindung mit dann ein, zwei, drei Inputs von meiner Seite eben mit OGH-Entscheidungen, OGH-Entscheidungen etc, wo man weiterlesen kann. Ich glaube, das ist wirklich was Besonderes. Und bei meinen Posts, die ich alleine mache, da schaue ich drauf, das ist ein bisschen eine Serviceleistung für meine Studentinnen, auch für potenzielle Klientinnen, dass es irgendwas Griffiges ist, eine Entscheidung, die irgendwie schmissig ist, die man gut beschreiben kann, wo man eine kleine Geschichte, ein kleines Storytelling rundherum machen kann oder einen kleinen Scherz dazu machen kann, der vielleicht als Clickbait sozusagen funktioniert. Ist so die Idee.

Sprecher 3 (00:39:32.04)
Was ich noch hervorheben möchte, ist, dass mich der Simon auch oft verteidigt. Also in den Kommentaren, ja, ab und zu werde ich dann ein bisschen mit Mansplaining konfrontiert. Da meint jemand oft auch nicht juristen, die sind dann schlauer als wir und meinen, uns da irgendwas darlegen zu müssen. Und Simon springt mir dann immer bei und ich finde das irrsinnig cool. Danke Simon an dieser Stelle, dass wir auch …

Sprecher 2 (00:39:57.23)
Also ja, das ist quasi meine Aufgabe als Anwalt, dann in die Bresche zu springen. Ja, aber das sehe ich dann gar nicht so, sondern interessant, dass du das so siehst. Ich sehe das als Kooperation und ich antworte dann halt auf gewisse Kommentare. Aber dieses Mindsplaning ist mir durchaus … Ich verstehe mittlerweile immer besser, was dieser Begriff überhaupt bedeutet, seit wir da gemeinsam das machen. Ja, das ist tatsächlich … Es ist sehr schön. Man kann sie dann auch widerlegen, man kann es mit Rechtsprechung widerlegen, falsche Ansichten. Da halten sich erstaunlich viele, auch da im IP-Recht, erstaunlich viele Urban Legends beziehungsweise erstaunlich viel Halbwissen, das aber tatsächlich in der Praxis dann, wenn es dann angewandt wird, dieses Halbwissen, zu Haftungsfallen führen kann. Es ist schön, wenn wir das dann in den Kommentaren ausräumen können.

Sprecher 3 (00:40:56.12)
Ja, ich finde das toll, weil Simon da wirklich total solidarisch ist. Also für mich ist das jetzt nicht nur eine rechtliche Dimension, sondern auch eine gesellschaftliche, dass man da unterstützt wird auch als Frau und so weiter, weil IP ist ja trotzdem auch ein männlich dominiertes Feld. Jetzt im Bereich Marken, Urheberrecht vielleicht nicht so, aber Patentwesen zum Beispiel, ist einfach richtig technisch und männlich geprägt und ich finde das toll, wenn es da Solidarität gibt.

Sprecher 1 (00:41:27.17)
Ja, das 100% auf jeden Ich finde, das ist auch noch ein spannender Punkt, das Thema Kommentare, unabhängig jetzt, welcher Hintergrund an Negativität, aber grundsätzlich ist das auch schon ein Punkt, den ich häufig mitbekomme, dass er den einen oder anderen vielleicht davon abhält, mit LinkedIn oder anderen Plattformen zu starten. Jetzt wollen wir uns mal auf LinkedIn beschränken, weil ich glaube, von uns allen dreien die Expertise am größten ist oder die Erfahrung, auch die eigene Erfahrung. Wie häufig kommt es denn wirklich vor, dass man negative Kommentare bekommt, dass man irgendwie Gegenwind bekommt? Ist es wirklich so häufig, dass es ein Grund sein sollte, darüber nachzudenken? Soll ich überhaupt in die Sichtbarkeit gehen oder nicht? Oder ist vielleicht die Angst davor, Oder malt man sich vielleicht schlimmer aus, dass es in der Praxis dann tatsächlich ist?

Sprecher 2 (00:42:19.19)
Simon, magst du was sagen? Wenn ich da gerade starten darf. Ich kann das deswegen sagen, dass man sich davor überhaupt nicht fürchten muss. In meiner Wahrnehmung und ich bin jetzt doch seit zwei Jahren ein bisschen intensiver auf der Plattform auch aktiv unterwegs. Denn gerade in diesem fachlichen Bereich, ja, dann bekomme ich vielleicht fachliche Gegenmeinungen. Ich komme vielleicht einmal einen gut gemeinten Kommentar von einem Deutschen, weil übrigens bei uns ist das anders. Aber das ist eher befruchtend und das ist eher eine fachliche, sachliche Diskussion. Was ich schon sehe auf LinkedIn in meiner Timeline, sind natürlich auch ganz hachsträubende Diskussionen, hachsträubende Kommentare auf unterirdischem Niveau, aber meistens dann eben auf Basis von irgendwelchen Meinungsbeiträgen. Und Manuela und ich zumindest posten ja eher auf Tatsache-Ebenen. Wir stellen rechtliche Da sind auch noch mal so viele Tatsachen dar, erklären das möglichst verständlich und da gibt es wenig jetzt Emotionen dazu. Ich habe es einmal erlebt bei einem Beispiel, wo ich nur ganz kurz gepostet habe zu einem Thema zur Abschiebung von Frauen nach Afghanistan. Ist ja auch ein rechtliches Thema, das damals durch die Medien gegangen ist. Und da habe ich es zum ersten Mal erlebt, dass plötzlich wirklich ganz emotionale Beiträge dazu gekommen sind, weil das halt offenkundig ein Thema ist, das die Leute emotionalisiert.

Sprecher 2 (00:43:47.07)
Das war für mich ein bloß rechtlicher Beitrag. Ich habe eine Rechtsanwaltskollegin, eine hervorragende Rechtsanwaltskollegin aus Graz unterstützt, die diese EuGH-Entscheidung am Ende erwirkt hat, dass Frauen, nur weil sie Frauen nicht mehr nach Afghanistan abgeschoben werden dürfen, weil schlicht und ergreifend dort Frauen entmenschlicht werden. Das hat der EuGH festgestellt. Das ist einfach nur angewandtes Recht und das führt aber natürlich dann, solche Themen führen dann offenkundig in unserer aufgeheizten politischen Landschaft zur entsprechenden emotionalen Reaktion. Das war aber bislang tatsächlich der einzige Beitrag. Ansonsten ist gerade IP-Recht, sind gerade rechtliche Fachbeiträge eigentlich nicht dazu geeignet, großartige Emotionen und großartigen Shitstorm oder irgendwas auszulösen, sondern sind meistens im besten Fall fachliche Diskussionen. In vielen Fällen einfach ein paar Likes und das war's dann.

Sprecher 3 (00:44:43.23)
Haben wir nicht dann Sie jetzt dann bekommen für einen Beitrag über die Erschöpfung des Markenrechts. Nein, ich scherze jetzt. Man sieht, wie absurd das eigentlich ist, dass man das annimmt. Ich habe aber tatsächlich einmal einen Hate-Kommentar gehabt, also einen richtigen, wo mich jemand verunglimft hat oder beleidigt hat. Und ich habe das damals auch gelöscht und den User blockiert, muss ich sagen. Ich habe aber dann im Nachgang, weil mir das irrsinnig peinlich war auch, ich war damals noch nicht so lange auf LinkedIn und habe da noch keinen Umgang damit gefunden, habe dann einen Beitrag geschrieben, wo ich das thematisiert hatte. Ich hatte jetzt auch einmal einen Hate-Kommentar und so habe ich das empfunden. Und dann hat man gesehen, wie toll die Community ist, weil die Leute waren irrsinnig solidarisch. Ich habe so viel Aufmunterung und tolle Rückmeldungen bekommen und ich war da wirklich gerührt von ein paar dieser Rückmeldungen. Und eine Followerin hat mir dann sogar eine Direct-Message geschrieben und gesagt, ich habe sie da jetzt ermutigt, sich nichts gefallen zu lassen und Themen anzusprechen, weil gerade Frauen haben ja das Thema, dass sie dann das Verlegen weglächeln und sagen: „Oh ja, weiß ich nicht. Man darf sich nicht aufregen, nicht beschweren, sonst fällt mir das auf den Kopf.

Sprecher 3 (00:45:57.20)
Und ich sage aber: „Nein, dann lege ich den Finger in die Wunde, weil der andere hat sich schlecht verhalten. Ich reagiere nur darauf. Das heißt, ich habe da jetzt auch keine Angst mittlerweile, weil ich weiß, die Leute stehen hinter mir, meine Community, die ich mir aufgebaut habe. Und zweitens, ich brauche mich da nicht zu schemen, wenn jemand anderes sich im Ton vergreift. Und LinkedIn ist eine Business-Plattform. Das ist immer für den peinlich, der sich daneben benimmt, weil das lesen dann Kunden, Geschäftspartner, alle möglichen Leute. Daher ist nicht mein Problem, ehrlicherweise.

Sprecher 1 (00:46:31.22)
100%. Das kann ich nur genauso unterstreichen. Das ist der beste Umgang damit. Ich finde es auch tatsächlich, je nach Kommentar, nicht schlimm, Kommentar mal zu löschen. Es kann ja vorkommen, dass es wirklich komplett am Thema vorbeigeht und einfach nur beleidigend sein soll. Warum sollte ich es stehen lassen? Das ist, glaube ich, eine persönliche Entscheidung, eine Einzelfallentscheidung in dem Fall auch, aber das zeigt ja auch, Sie sind jetzt schon sehr lange auf LinkedIn aktiv und sehr, sehr aktiv auch am Ende, nicht nur angemeldet, sondern auch sehr, sehr aktiv. Und das ist jetzt ein Fall, der im Kopf geblieben ist. Wahrscheinlich ist es der Einzige in der Art und Weise. Das zeigt ja schon, dass die Angst da jetzt eher unbegründet ist, würde ich Da will ich mal Schluss folgern da daraus. Genau, wir müssen leider so langsam auch schon zum Ende kommen. Es würde mich aber noch interessieren von Ihnen beiden: Wie sehen Sie so die Zukunft von LinkedIn beziehungsweise sehen Sie aktuell irgendwie Entwicklungen, was das Netzwerk betrifft, so das Untereinander oder vielleicht auch die Art des Contents? Vielleicht aufgrund von KI, vielleicht auf anderen Punkten. Würde mich interessieren, ob Ihnen da irgendwie was aufgefallen ist, so ein Trend erkennbar ist.

Sprecher 1 (00:47:47.08)
Fände ich sehr, sehr spannend.

Sprecher 3 (00:47:49.15)
Dann fange ich gerne an mit der Antwort. Ja, wir sehen ja oft diese generischen Beiträge und ich muss sagen, ich nutze KI auch als Sparring-Partner, aber ich schreibe das alles das selbst, weil eine Followerin meinte auch mal, ob ich meinen Wiener Schmäh, den ich da an den Tag lege, ob das KI generiert ist. Nein, das ist tatsächlich mein etwas schräger Humor, den ich da oft durchscheinen lasse und ich glaube auch nicht, dass die KI das so generieren könnte. Aber man sieht das halt wirklich. Früher waren es diese Statements mit „in einer Welt und dann „die Rakete dazu und diese langen Gedankenstriche. Das sind oft auch ein Indiz, das, was KI generiert ist. Und ich finde, KI als Sparringpartner ganz wichtig, sollte man nutzen dieses Mittel, aber man sollte diesen Eigenanteil nicht unterschätzen. Das ist eh wie im Urüberrecht. Die eigene geistige Schöpfung ist da ganz wichtig, weil dann bist du eine Personal Brand, sonst bist du generisch. Und wenn du dir selbst Gedanken machst, wenn die Leute spüren, wie du bist, wie du tickst, dann hast du sie. Darum geht es und deshalb ist Personal Branding für mich einfach ein wichtiges Instrument, mitzuspielen, weiterhin auch in Zukunft, wenn KI den Arbeitsmarkt quasi neu mischt.

Sprecher 3 (00:49:08.10)
Da ist Authentizität eigentlich der Schlüssel für alles. Simon, wie siehst du das?

Sprecher 2 (00:49:15.14)
Genau gleich eigentlich. Kann ich eigentlich wenig dazu fügen. Ich habe jetzt wenig Erfahrungen mit, eigentlich nur indirekt über meine Gattin, mit anderen Social-Media-Plattformen überhaupt. Ich nutze weder TikTok, Instagram, Facebook oder was auch immer. Ich war da nie. Aber ich bekomme es so ein bisschen mit über meine Studierenden und über meine Frau, die in dem Metier tätig ist. Von dem, was ich zu wissen glaube, zumindest, glaube ich, dass LinkedIn wirklich sozusagen die Plattform ist, die eben beides bietet. Einerseits dieses Marketing, diese Marketingmöglichkeit und auf der anderen Seite wirklich ein fachlicher und sachlicher Austausch mit Kolleginnen und Kollegen. Und ich glaube, das wird sich auch so schnell nicht ändern. Und ich habe da eine sehr angenehme und stabile Community mir aufgebaut, mit der ich in einem sehr angeregten und sehr angenehmen Austausch stehe. Und für mich wird sich LinkedIn daher nicht so großartig ändern. Im Großen und Ganzen kann ich es nicht einschätzen. Ich glaube, dass KI ein Thema sein wird. Ich glaube, persönlich, dass KI für weniger privilegierte Menschen, als ich es bin, sich gewählter auszudrücken etc. Ich glaube, dass es durchaus Vorteile bietet. Ich für mich habe beschlossen, das nicht zu verwenden zur Erstellung von Beiträgen, sondern einfach meine persönliche Note weiter einschließen zu lassen und glaube auch, dass sich das irgendwie durchsetzen wird.

Sprecher 2 (00:50:57.04)
Das ist ein persönlicher Glaube. Ich bin da ganz bei dir, Manuela. Und bin immer froh, wenn ich so Leute dann sehe und solche Kontakte habe, mit denen man sich austauschen kann und das eben authentisch ist. Und ich glaube, dass das auf die Dauer auch prävalieren wird, also dass das auf die Dauer sich durchsetzen wird und das Generische irgendwann einfach nicht mehr nachgefragt wird. Aber wir werden sehen. Ich bin kein Prophet.

Sprecher 1 (00:51:21.01)
Ja, wir werden sehen auf jeden Fall. Man sieht es ja deutlich, dass viele mindestens mal experimentieren mit Content von der KI. Teilweise habe ich auch schon gelesen, dass am Ende noch Rückfragen der KI irgendwie mit im Beitrag standen. Es wird, glaube ich, auch nicht immer so alles frobe gelesen, dass am Ende des Beitrags steht: Soll ich dazu noch mal drei weitere Überschriften vorschlagen oder so? Das habe ich tatsächlich schon mal gesehen. Ist Das ist interessant. Stand auch letztlich in der Zeitung, aber es ist ja egal. Letztlich, ich finde, das ist auch eine große Chance für alle, die dies ernster meinen. Ja, stimmt. Aber ich finde, es ist eine große Chance auch für alle, die es ernst meinen, weil man viel leichter aus dem Generischen rausstechen kann, wenn man sich einfach Mühe gibt, die Zielgruppe kennt, eine Community aufbaut und die Inhalte eben selbst zusammenbaut. Heißt nicht, dass man da keine KI für benutzen kann, sollte, darf, was auch immer, aber dass man eben einfach gute Inhalte liefert statt generischer Inhalte. Ich glaube, das trifft es ganz gut. Da war es früher teilweise sogar fast schwieriger, weil Weil sich alle mehr Mühe gegeben haben, vielleicht dann rauszustechen.

Sprecher 1 (00:52:33.12)
Kann also auch ein Vorteil sein. Am Ende bleibt es aber so. Stimmt, haben Sie recht, Herr Pöschl. Man muss es abwarten. Es ist auch nur eine Meinung. Vielen, vielen Dank. Ich fand das sehr, sehr spannend. Ich freue mich, dass ich da auf LinkedIn weiterhin viel von Ihnen beiden auch gerne in Kooperation lesen darf. Für alle, die das auch tun wollen, kann ich nur empfehlen, sich auf LinkedIn zu vernetzen. Ich werde unter der Folge in den Shownotes auf jeden Fall die Links zu LinkedIn-Portalen oder Accounts, besser gesagt, hinterlassen. Gibt es denn sonst irgendwie was, wo man sie jeweils am besten findet? Frau Weichselbaumer, ich glaube, sie zusätzlich auf YouTube am besten. Cherry Compiler will ich auch verlinken.

Sprecher 3 (00:53:13.07)
Ja, nächstes Jahr gibt es eine neue Staffel. Da werde ich Simon natürlich dann einladen als Gast. Sehr gut. Da wird es uns dann auch ein Bild geben. Genau, aber einfach auf LinkedIn anschreiben. Das wäre der nächste. Freue ich mich schon. Genau. Perfekt.

Sprecher 1 (00:53:26.00)
Und bei Ihnen, Herrn Pöschl? Sehr schön. Sie findet man auch am besten auf LinkedIn und wahrscheinlich über die Kanzlei-Webseite, nehme ich an.

Sprecher 2 (00:53:34.07)
Ganz genau, auf LinkedIn oder über die Kanzlei-Webseite. Genau.

Sprecher 1 (00:53:41.22)
Perfekt. Werde ich auf jeden Fall beides so verlinken. Vielen, vielen Dank für Ihre Zeit und für das sehr spannende Gespräch und bis vielleicht zum nächsten Mal.

Sprecher 3 (00:53:51.07)
Danke schön. Sehr gern.

Sprecher 2 (00:53:52.19)
Danke, Herr Klinge. Ich sage danke.

Sprecher 1 (00:53:54.21)
Das war die aktuelle Episode des Kanzleimarketing-Podcasts. Vielen Dank fürs Zuhören. Ich hoffe, Du konntest hier einiges mitnehmen. Falls du dich jetzt fragst, so ein bisschen ins Krübel gekommen bist und am Überlegen bist, wie kannst du vielleicht in Zukunft noch besser zielgerichteter, vor allem lukrative Mandate generieren, nicht einfach nur mehr Geschäft, sondern Ziel gerichtet, ebenso die besseren Fälle. Dann hier noch mal ein Hinweis auf den Akquise Guide, den ich kostenfrei anbiete. Da sieht es ja so aus, dass du einfach ein paar Fragen beantwortet und ich dann über ein Formular, wir müssen da gar nicht mal zu telefonieren, und wenn du das gemacht hast, brauche ich ein paar Tage, melde mich dann zurück per E-Mail mit dem fertigen Schritt für Schritt Akquiseguide. Und falls du dann Rückfragen hast und sprechen willst, können wir das gerne tun, müssen wir aber nicht. Wenn du Interesse hast, dann geh jetzt auf akquiseguide. De. Ansonsten freue ich mich auf jeden Fall, falls du bei der nächsten Episode auch wieder mit dabei bist, am besten hier den Podcast abonnieren. Und ja, danke fürs Interesse und bis hoffentlich demnächst.