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Warum gute Juristen nicht automatisch gute Unternehmer sind: Carmen Schön im Gespräch

Zu Gast: Carmen Schoen, Volljuristin. Strategische Beraterin. Executive Sparringspartnerin.

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In dieser Episode des Kanzleimarketing-Podcasts spreche ich mit Carmen Schoen. Carmen ist Volljuristin und seit mehr als 18 Jahren im Legal-Markt tätig. Heute begleitet sie Kanzleipartner und Führungskräfte im Legal-Bereich als strategische Sparringspartnerin – unter anderem bei Business Development, Mandatsgewinnung, Führung und Organisationsentwicklung.

Wir sprechen über:

  • Carmens Weg von der Fernsehanwältin und Rechtsabteilungsleiterin zur strategischen Beraterin für den Legal-Markt.
  • Den Rollenwechsel vom juristischen Experten zur unternehmerisch denkenden Führungspersönlichkeit.
  • Warum fachliche Exzellenz die Basis bleibt, aber durch Führung, Verhandlung, Business Development und Selbstmarketing ergänzt werden muss.
  • Fehlende Vorbereitung auf Partnerschaft und Führungsrollen in vielen Kanzleien – und warum klare Rollenerwartungen so wichtig sind.
  • Typische blockierende Glaubenssätze rund um Akquise, Vertrieb und Sichtbarkeit.
  • Warum Akquise nicht aufdringlich sein muss, sondern vor allem Beziehungsaufbau, Präsenz und konsequente Umsetzung bedeutet.
  • Das „Schaufensterprinzip“: Warum gute Arbeit allein nicht reicht, wenn potenzielle Mandant:innen nichts von der Expertise wissen.
  • Positionierung als Grundlage erfolgreicher Mandatsgewinnung: Welche Zielgruppe möchte ich erreichen, welches Problem löse ich und wo hält sich diese Zielgruppe auf?
  • Wie Kanzleien die passenden Marketing- und Akquise-Kanäle auswählen – von LinkedIn über Events bis hin zu klassischen Fachbeiträgen.
  • Warum Business Development idealerweise täglich in kleinen Schritten stattfinden sollte.
  • Den Einfluss von KI auf Kanzleien, Honorarmodelle, Arbeitsprozesse und neue Beratungsprodukte.
  • Welche Fähigkeiten in Zukunft wichtiger werden: Analyse, Qualitätskontrolle, Kommunikation, Führung und der souveräne Umgang mit KI-Ergebnissen.
  • Warum junge Jurist:innen auf Kanzleien setzen sollten, die offen für Veränderung, Lernen und neue Technologien sind.

Mehr zu Carmen Schoen findest du auf ihrer Website: carmenschoen.de  

Oder vernetze dich mit ihr auf LinkedIn: Carmen Schoen Strategieberatung

Du hast Fragen an Carmen für eine mögliche zweite Episode oder Tipps, mit wem ich als Nächstes sprechen sollte? Dann schreib mir an info@kanzleimarketing-podcast.de

Transkript lesen8.636 Wörter

Sprecher 1 (00
00:00.06)
Mein heutiger Gast ist Carmen Schön. Carmen ist Volljuristin und seit mehr als 18 Jahren im Legal-Markt tätig. Heute begleitet sie vor allem Kanzleipartner und Führungskräfte im Legal-Bereich als strategische Sparringspartnerin, unter anderem bei Themen wie Business Development, Mandatsgewinnung, Führung und Organisationsentwicklung. Und genau darüber werden wir heute auch sprechen. Warum reicht fachliche Exzellenz allein oft nicht mehr aus? Was verändert sich, wenn aus einem guten Juristen plötzlich auch ein Unternehmer werden muss und welche Rolle spielen dabei Akquise, Positionierung und Führung? Sind natürlich Themen, die vor allem für mich besonders interessant sind im Podcast und hoffentlich auch für alle, die zuhören. Von dem her, Carmen, schön, dass du da bist. Ich freue mich sehr auf unser Gespräch.

Sprecher 2 (00
00:44.07)
Ja, vielen Dank, Sebastian. Ich freue mich auch sehr auf das Gespräch.

Sprecher 1 (00
00:48.20)
Du bist, wie ich gerade schon sagte, Volljuristin und mittlerweile eben als strategische Sparringspartnerin in dem Bereich unterwegs für Kanzleipartner und Führungskräfte. Wie kam es dazu und seit wann bist du quasi auf der beratenden Seite tätig?

Sprecher 2 (00
01:07.17)
Ja, ich war früher nach meinem Jurastudium und Referendariat erst Fernsehanwältin, dann war ich eine Zeit lang Rechtsabteilungsleiterin, habe auch 2 Unternehmen mitgründen dürfen und mit aufbauen dürfen, die Mobilcom und die Freenet. Und habe dann gemerkt, dass ich, glaube ich, noch was anderes gerne möchte, vielleicht noch mal mehr und näher mit Menschen arbeiten. Das hat mich immer schon interessiert. Ich habe ja auch so ein bisschen Wirtschaftspsychologie nebenbei studiert und habe gemerkt, es geht mir so ein bisschen auf die psychologische Seite möglicherweise. Und ich habe mich dann irgendwann getraut, tatsächlich durch verschiedene Ausbildungen, die ich über mehrere Jahre noch absolviert habe, dann irgendwann in diesen Beratungs-, Coaching- und Trainingsmarkt einzugliedern.

Sprecher 1 (00
01:54.18)
Ja, sehr spannend. Das wäre ein sehr interessanter Lebenslauf und interessant dann auch, dass du da auf einmal festgestellt hast, ja, nee, dieser Beratungsaspekt, dieser zwischenmenschliche Aspekt ist besonders spannend. Lag es dann nahe, einfach tatsächlich mit Anwälten, mit Kanzleipartnern zu arbeiten, einfach weil du aus dem rechtlichen Bereich kommst und somit dann diese unternehmerische Sichtweise, die psychologische, wirtschaftspsychologische Sichtweise und natürlich auch die rechtliche zu verbinden?

Sprecher 2 (00
02:27.14)
Ja, ganz genauso war es. Also ich habe überlegt, wo liegen eigentlich meine Fachkompetenzen neben dem, dass ich ja rechtlich gar nicht mehr berate und nichts tue, aber ich spreche die Sprache, ich habe die gleiche Denke und die gleiche Sozialisation und Ausbildung. Und das hilft einfach sehr, Menschen zu verstehen auf der anderen Seite. Und deswegen war es in der Tat, wie du sagst, ganz naheliegend, im Legalbereich, also das heißt Anwälte, Anwältinnen, aber auch Rechtsabteilungsleiter, -leiterinnen, Compliance Manager, also alle die, was irgendwie im Legalbereich zu gestalten haben oder gestalten möchten, anzusprechen.

Sprecher 1 (00
03:02.16)
Gibt es da bestimmte Kanzleigrößen, mit denen du bevorzugt arbeitest oder vielleicht auch ausschließlich oder auch bestimmte Rechtsgebiete oder andere Konstellationen?

Sprecher 2 (00
03:13.09)
Gibt es tatsächlich nicht. Habe ich mich nicht drauf spezialisiert. Mich sprechen sowohl die ganz großen Kanzleien punktuell an, zumindest dann, wenn sie etwas brauchen, was ich auch anbieten kann. Viele machen natürlich auch viel in den USA und in England. Das ist auch völlig in Ordnung. Aber punktuell darf ich auch internationale Großkanzleien unterstützen und begleiten. Dann habe ich die mittelständischen Kanzleien, die Spin-offs oder so die Ausgliederung oder Abspaltung von Großkanzleien, die häufig sehr innovativ sind und noch mal mit einem neuen Mindset auch an den Start gehen. Ja, und es kommen auch Einzelanwälte und Einzelanwältinnen, je nach Karriereziel oder auch Step, dann zu mir, möchten gerne eine Beratung haben.

Sprecher 1 (00
03:58.20)
Ist bestimmt ein sehr spannendes Tagesgeschäft, wenn man in so viele verschiedene Bereiche reinschauen darf, von der etablierten Großkanzlei bis hin zum Kanzleistart-up oder dem Einzelanwalt, der Einzelanwältin. Gibt es denn da irgendwelche Fragen, die meistens so der Einstiegspunkt sind, irgendwelche Themen, die quasi so der häufigste Stolperstein sind, wo man sich dann Unterstützung, Beratung einholen möchte, oder sind die Einstiegsthemen genauso divers wie auch die Kunden?

Sprecher 2 (00
04:30.18)
Also es hängt ein bisschen wahrscheinlich immer davon ab, in welcher Seniorität die Menschen gerade unterwegs sind. Also die Einsteiger, Einsteigerinnen Anfang, Mitte 30 beschäftigt natürlich viel, den richtigen Karriereweg zu wählen, Verhandlungsmanagement zu lernen, Kommunikation zu lernen, also Mandantenkommunikation, Zeitmanagement, Selbstmanagement, Stressresilienz und so was. Also das sind so Themen, die am Anfang erst mal das erste Mal im Leben eine Relevanz bekommen. Und wenn man dann weitergeht, bleiben diese Themen zum Teil, also ich sage jetzt mal Zeitmanagement und Stressmanagement, das bleibt wahrscheinlich ein Leben lang, so wie ich es erlebe, egal ob man 30, 40, 50, 60 ist, ist immer ein Thema. Aber was zusätzlich dazu kommt, ist natürlich nachher die Frage, wie kann ich mich in die Rolle eines Unternehmers, einer Unternehmerin, wenn ich weiter möchte in der Kanzlei, entwickeln? Wie mache ich das gerade mit Geschäftsentwicklung? Ist ein wichtiges Thema. Führung kommt natürlich dann irgendwann dazu, wenn ich auch ein Team habe. Weil alleine kann ich nicht erfolgreich sein. Ich bin auch darauf angewiesen, im Team zu arbeiten. Ja, und dann gibt es sicher punktuell natürlich jetzt gerade in den Kanzleien viel Transformationsfragen durch KI, durch verändertes Arbeiten. Das betrifft jetzt natürlich nicht den einzelnen Anwalt, sondern die Organisation per se.

Sprecher 2 (00
05:54.21)
Aber das mache ich gerade auch viel in Kanzleien, dass ich diese Richtung oder dieses Thema Transformation, wie geht das jetzt, wie arbeiten wir jetzt miteinander? Was verändert die KI in meinem Arbeitsalltag eigentlich? Was erwartet der Mandant? Wie werden die Preise sich verändern, Honorare sich verändern? Welche neuen Produkte gibt es vielleicht auch, die ich anbieten kann? Also das ist ein großes Thema im Moment bei mir.

Sprecher 1 (00
06:21.04)
Das kann ich mir gut vorstellen. Ich glaube, da ist auch die Angst in gewisser Weise relativ groß, je nachdem, an welcher Stelle man da steht, aber dass irgendwie die Honorare einfach niedrig fallen werden oder dass halt alle am Ende nur noch ChatGPT als Rechtsberatung brauchen oder als Rechtsbeistand. Glaube ich beides nicht, aber ich verstehe natürlich auch die Angst, dass die da ist und dass das ein Punkt ist, warum viele sich dann einfach noch von außen Unterstützung suchen, um diese Transformation irgendwo auch dann gut hinzubekommen. Ich würde aber sagen, wir starten erst mal weiter vorne, nämlich so bei dem Wechsel vom Juristen zum Unternehmer, zum Kanzleienternehmer. Was würden Sie denn sagen, wenn Sie den Satz vervollständigen müssten? Ein hervorragender Jurist ist noch lange kein erfolgreicher Kanzleienternehmer, weil?

Sprecher 2 (00
07:18.09)
Weil viele neue Fähigkeiten hinzutreten müssen, sich ergänzen müssen, die fachliche Exzellenz, und das wird häufig vielleicht falsch verstanden, bleibt immer, immer, immer bis zum Lebensende natürlich ein ganz wichtiger Basisbaustein, der gar nicht wegzudenken ist. Aber weil ganz viele weitere Skills jetzt zusätzlich den Erfolg kreieren werden, wie Führung, wie Business Development, wie Verhandlungsgeschick, wie auch ein Stückchen Selbstmarketing in einer Professionalität und Seriosität.

Sprecher 1 (00
07:50.03)
Ja, was ändert sich denn alles auf diesem wird, wenn man so diesen Rollenwechsel anstößt vom Juristen in die Partnerschaft beispielsweise, oder man macht sich selbstständig? Was sind denn so die ersten Punkte, an denen man ansetzen sollte, um an sich zu arbeiten und dann auch seine Arbeitsweise an sich vielleicht umzustellen?

Sprecher 2 (00
08:12.06)
Ich glaube, was erst mal wichtig ist und was vielfach in Kanzleien vielleicht nicht ganz immer transparent transportiert wird, ist das Thema Was erwarte ich eigentlich von der Kandidatin, von dem Kandidaten in der neuen Rolle? Das heißt also, erst mal zu definieren, was sind eigentlich die Rollenerwartungen? Was ist der Impact der Rolle letztendlich vom Experten zur Führungskraft, vom Experten zum Akquisiteur? Was heißt das jetzt eigentlich ganz konkret? Und darüber machen sich, glaube ich, nicht so viele Gedanken. Man rutscht da dann so rein. Und weiß, es hat irgendwas mit Geschäftsentwicklung und Führung wohl zu tun. Aber was ganz genau, ist manchmal vielleicht nicht ausreichend genug transportiert oder kommuniziert, wird aber vielleicht von Kandidaten und Kandidatinnen auch nicht wirklich abgefragt. Und so versucht jeder so das eigene Ding irgendwie daraus zu machen. Also es gibt natürlich Seminare, gerade in den größeren Kanzleien, die einen ausbilden und leiten, wo man diese Fragen natürlich auch stellen darf. Aber so richtige Rollenmodelle oder so Rollenvorstellungen gibt es nicht in jeder Kanzlei. Und ich glaube, das wäre manchmal sehr hilfreich zur Richtungsweisung.

Sprecher 1 (00
09:26.18)
Gibt es dann, also ist es eher die Seltenheit, dass es irgendwelche Seminare oder Vorbereitungen gibt? Oder ist der Wechsel in Kanzleien häufig eher so, herzlichen Glückwunsch zur Partnerschaft oder zur neuen Rolle, zur Führungsposition, viel Spaß, jetzt mach mal? Es ist schon eher die Regel, dass man, wie auch immer, in welchem Umfang auch immer, auf diese neue Position vorbereitet wird.

Sprecher 2 (00
09:52.17)
Das ist auf keinen Fall die Regel, aber natürlich machen das einige. Das hängt sicher zum einen davon ab, wie groß die Kanzlei ist. Das verstehe ich auch. Also wie viel Kapazitäten man hat, solche Programme auszuarbeiten und da jetzt auch Know-how und Wissen reinzustecken. Dann vielleicht auch, ob man personell in HR oder wo auch immer diese Ausbildungen dann definiert werden, Menschen hat, die das für wichtig erachten und die das auch können und wissen, was man da jetzt aufsetzen muss. Ja, und ich glaube, am Ende des Tages ist es immer eine Frage, so ein bisschen, wie wertig betrachte ich das Ganze? Also wenn ich davon ausgehe, dass ich sage, als älterer Partner, Partnerin vor 20, 30 Jahren habe ich das auch alleine gekonnt, musste mir damals auch keiner sagen, das läuft schon. Warum sollen die Jungen jetzt was anderes bekommen? Dann wird die Kanzlei das nicht anbieten. Während Menschen, die sich mit Personalentwicklung, mit Ausbildung beschäftigen, heute merken und auch sicher wissen, dass es ihnen gutgetan hätte, so was zu bekommen, und dass es einfach heutzutage auch ein Qualitätsmaßstab ist oder ein Qualitätskriterium ist, dass Kanzleien so eine Begleitung anbieten.

Sprecher 1 (00
11:02.13)
Ist ja letztendlich eigentlich auch im eigenen Interesse, weil je besser man Führungspersönlichkeiten darauf vorbereitet auf die Rolle, desto besser wird es am Ende wahrscheinlich auch funktionieren. Nicht jeder ist da wahrscheinlich als Naturtalent irgendwie auf die Welt gekommen. Aber ich verstehe natürlich auch, dass da häufig, oder weiß ich nicht, ob häufig, aber dass ab und zu halt die Denkweise so vorherrscht, gab es bei uns auch nicht. Wir wurden auch ins kalte Wasser geworfen, hat uns auch nicht geschadet, irgendwie so in die Richtung wahrscheinlich. Kann ich mir schon vorstellen, dass das dann am Fortschritt hindert vielleicht, aber gleichermaßen wird der Markt das auch immer mehr nachfragen, vielleicht auch, weil es mehr Angebote wie deines gibt, weil viel mehr Partner darauf aufmerksam werden und die Vorteile wahrscheinlich dann dadurch auch sehen. Das ergibt natürlich Sinn. Kurzer Hinweis in eigener Sache. Wenn du gerne wissen möchtest, ob du von der KI zitiert wirst, von ChatGPT und Co., oder ob eher deine Mitbewerber von der KI zitiert werden, dann ist vielleicht mein kostenfreier KI-Sichtbarkeitscheck für dich interessant. Den findest du einfach auf meiner Website sebastiankringel.com und kannst dich dafür kostenfrei eintragen. Der Deal ist folgender: Du buchst dir einen 15-minütigen Videocall mit mir, der ist natürlich kostenfrei.

Sprecher 1 (00
12:18.12)
Ich prüfe mit dir live, welche KIs, ChatGPT, Gemini, der Google AI Mode, Claude und auch Perplexity dich nennen und wie. Und wenn du möchtest, auch wie du organisch in der klassischen Suche rankst. Und dann schauen wir uns an, woran liegt es denn, wenn dieser Score noch nicht bei 100 steht? Das war bei allen KIs. Dann bekommst du von mir also 2 bis 3 konkrete Ansätze zur Optimierung mit. Die kannst du danach sofort umsetzen. Gibt keinen Pitch, nur den Check. Wenn du irgendwas wissen willst von mir danach, Angebot willst, kannst du es gerne bekommen, musst du aber nicht. Was habe ich davon? Entweder du bist davon so überzeugt, dass du dann doch meine Unterstützung suchst und von mir, sofern es Potenzial zur Optimierung gibt, eben ein Angebot möchtest, oder ich hinterlasse hoffentlich einen positiven Eindruck und du empfiehlst mich irgendwann an der richtigen Stelle weiter. Aus meiner Sicht Win-Win. Wenn du Interesse hast, geh jetzt einfach auf meine Website sebastianklingel.com und trag dich für den kostenfreien 15-minütigen Termin ein. Gibt es dann irgendwelche Denkweisen, die so typisch für die anwaltliche Tätigkeit sind, die auch in der juristischen Ausbildung gefördert werden und die da ausgeprägt werden, die dann aber im Unternehmertum, wenn man auf die nächste Stufe quasi geht, sogar hinderlich sind?

Sprecher 1 (00
13:41.02)
Und wenn ja, welche sind das?

Sprecher 2 (00
13:42.21)
Genau, ich nenne das immer so hindernde, blockierende Glaubenssätze. Und das ist tatsächlich häufig so bei Juristen, auch bei Steuerberatern, Wirtschaftsprüfern und auch andere Berufsgruppen möglicherweise. Aber über die sprechen wir jetzt hier heute. Das sind hemmende Glaubenssätze wie zum Beispiel Akquise. Wenn ich Akquise mache, dann bin ich so vertrieblich unterwegs und ich möchte aber kein Vertriebsmensch sein. Das passt nicht zu meinem Job, das passt nicht zu meinem Selbstverständnis. Oder auch, wenn ich akquiriere, wenn ich Business Development betreibe, dann denkt der andere vielleicht, ich habe nicht genug zu tun, ich bin nicht erfolgreich genug. Oder aber auch, ich kann das Ganze einfach überhaupt nicht. Diese Ausbildung habe ich nicht genossen. Ich kann es nicht, aber ich will es eigentlich auch nicht. Also da gibt es viele hemmende, blockierende Glaubenssätze.

Sprecher 1 (00
14:38.11)
Ja, begegnet mir auch immer wieder so in der täglichen Arbeit, in Erstgesprächen, teilweise auch noch so ein bisschen die Angst, ja, wir dürfen ja nicht zu warnschreierisch agieren. Wir haben ja, hatten zumindest mal ein Werbeverbot. Das gibt es nicht mehr so extrem, aber trotzdem, die anderen schauen da drauf, dann kriege ich vielleicht mit der Kammer Probleme oder was auch immer. Das sind schon so Themen, die ich immer wieder höre auch. Die Angst, da einfach zu polarisierend aufzutreten. Also ja, ich glaube, da sind die meisten dann deutlich zu übervorsichtig. Man muss ja nicht gleich zur Bus- und Bankwerbung übergehen wie in den USA oder irgendwelche Kaltakquisetätigkeiten da machen, was dann auch ein Problem wäre mit Sicherheit natürlich. Aber dennoch könnten sich da, glaube ich, viele mehr trauen. Aber ja, kommt natürlich aus diesem Werbeverbot aus der Zeit von früher hat man irgendwie noch im Kopf und dann ebenso auch aus diesen Glaubenssätzen, ja, dann sieht es ja aus, als hätten wir nichts zu tun, wenn wir jetzt irgendwie Werbung machen oder so was vielleicht, was aus Mandantensicht, glaube ich, kein Mandant jemals gedacht hat wahrscheinlich, oder? Also ja, das heißt aber, solche Themen in der Akquise sind ganz häufige Baustellen, an denen du dann mit deinen Kunden, mit deinen Mandanten arbeitest, da erstmal erste Akquiseerfahrungen zu sammeln oder erstmal die Blockaden zu lösen wahrscheinlich.

Sprecher 1 (00
16:08.10)
Wie geht ihr da vor? Schaut ihr euch erst an, welche Kanäle sind die relevanten oder fangt ihr mit ganz anderen Sachen an? Wie löst ihr das?

Sprecher 2 (00
16:18.13)
Also bei mir ist es tatsächlich absolut individuell. Also ich habe jetzt gar nicht so ein Setting, das alle genießen dürfen, hätte ich fast gesagt, also bei jeder Gruppe das Gleiche oder in jeder Kanzlei das Gleiche. Das mache ich nie. Das heißt, ich gucke immer am Anfang meiner Trainings, aber auch meiner Coachings natürlich, was die Person auf der anderen Seite für sich gerade braucht und was die aktuellen Fragestellungen sind und gehe dann darauf ein. Aber eine der Fragestellungen, die du natürlich richtig ansprichst, ist häufig das Thema Mindset oder Glaubenssätze oder auch sogenannte Dogmen, die man im Kopf hat. Und jetzt will ich aber auch gar nicht sagen, dass das alle haben, weil ich kenne auch viele und das ist auch unabhängig, finde ich, vom Alter zu sehen. Man kann auch gar nicht sagen, die Jungen haben keine hemmenden Glaubenssätze, haben nur die Älteren. Das stimmt nicht. Also auch die Jungen haben manchmal blockierende Glaubenssätze und die Älteren fördernde Glaubenssätze. Deswegen muss man sehr individuell gucken.

Sprecher 1 (00
17:12.14)
Das stimmt.

Sprecher 2 (00
17:13.02)
Und wenn du mich fragst, wie ich es auflöse, also Ich verspreche da jetzt natürlich auch nicht eine Stunde Coaching, ein Trainingstag und sofort bist du auf der gewinnenden Seite. Das wäre ja absoluter Quatsch und total unseriös. Wir sind ja alle jetzt sozialisiert und erzogen und haben alle 20, 30, 40, 50 Jahre Erfahrung im Gepäck und haben natürlich auch einen gewissen Weg, den wir beschreiten, den wir für richtig erachten. Also Ich sage es einfach so, Respekt einfach vor der Sozialisation jeder Person, gucke ich natürlich, was tut dieser Person gut und an was möchte sie auch arbeiten. Und das muss die Person aber auch selbst dann möchten wollen letztendlich. Also ich kann nicht sagen, du musst diesen Glaubenssatz jetzt über Bord werfen, damit kommen wir nicht weiter. Es gibt eine Idee und eine Anregung, aber die Person muss es am Ende des Tages dann auch als richtig erachten. So, wenn du mich fragst, was braucht man? Also man braucht am Ende des Tages irgendeinen fördernden Glaubenssatz, eine innere Erlaubnis, sage ich jetzt mal so, der so groß ist, dass er die möglicherweise hemmenden Glaubenssätze überstrahlt. Oder man muss hemmende Glaubenssätze auf ihren Realitätsgehalt nochmal untersuchen, denn das sind ja oftmals Glaubenssätze übernommen von Eltern oder auch Dozenten.

Sprecher 2 (00
18:36.18)
Professoren, Professorinnen möglicherweise, Ausbildern, die ich gar nicht mehr reflektiert habe, ob das für mich auch so ist. Dieser Glaubenssatz, ob der wahr ist letztendlich für mich. Also zum Beispiel, wenn mir jemand sagt, ganz oft bei Akquise, da störst du einfach nur Menschen. Du störst. Ja, da freut sich keiner drüber, wenn du deine E-Mail schreibst. Das wird als Spam gewertet. Wenn ich das ganz oft höre, und einfach übernehme, dann werde ich genauso denken. Aber möglicherweise macht es Sinn, manchmal auch noch mal zu überlegen, denke denn ich auch wirklich so? Oder ist mir das ins Ohr ins Ohr geflüstert worden und deswegen habe ich es eigentlich ohne zu reflektieren übernommen? Aber eigentlich habe ich dazu eine andere Haltung und meine.

Sprecher 1 (00
19:21.08)
Das stimmt, da erwische ich mich auch immer wieder, dass ich feststelle, naja, irgendwie eine Sache, an die ich lange geglaubt habe, Ist eigentlich wirklich so, wenn man dann darüber nachdenkt, fällt einem auf, für mich eigentlich nicht. Wie wichtig ist es denn da dann auch schnell in eine Art von Umsetzung zu kommen, um halt überhaupt mal Erfahrungswerte zu sammeln und mal prüfen zu können, wie fühlt sich das dann an, wenn man dann in die Akquise geht, über welchen Kanal, welche Form auch immer, um dann halt wieder vielleicht auch da seine Glaubenssätze, seine Erfahrungswerte irgendwie mit echten Erfahrungen, echten Daten irgendwo als Grundlage zu füttern und daraufhin sich weiterentwickeln zu können.

Sprecher 2 (00
20:07.07)
Genau, beides muss natürlich passieren, wie du richtig sagst, Sebastian. Also einmal die Glaubenssätze, die mich begleiten, aber das reicht natürlich nicht aus. Ich muss auch Erfolge feiern. Ich muss es auch tun. Ich muss auch gucken, dass mein Verhalten zu einem Ergebnis führt, das ich mir einfach auch wünsche. Und Und das auch für alle Seiten gewinnbringend ist. Also insofern hast du recht, es geht auch bei meinen Trainings, Coachings, Beratungsgesprächen schnell um die Umsetzung. Und am Ende des Tages ist es ja auch so, wenn du die Kanzleien dir anguckst oder Menschen generell, der Plan, der ist schnell gemacht. Die Umsetzung des Plans auf der Maßnahmenebene, das ist nachher das Problem und die Herausforderung. Und das Dranbleiben, die Disziplin vielleicht einfach auch zu leben. Also gerade zum Beispiel auch beim Thema Geschäftsaufbau. Weil keiner von uns die Erfahrung wahrscheinlich macht, dass man mit einem Anruf, mit einem netten Getränk an der Bar oder mit einem Gespräch sofort große Aufträge bekommt. Sondern das ist eben auch so was wie Aufbauen, Ausbauen von Beziehungen und darauf warten, dass der andere gerade einen Bedarf hat und ich die richtige Person bin, die diesen Bedarf auch beantworten kann. So, und dazu muss man manchmal ein bisschen Zeit ins Land gehen lassen.

Sprecher 2 (00
21:24.06)
Dazu muss man auch dranbleiben. Dazu muss man sich natürlich auch zeigen, was man tut, und natürlich durch gute Arbeit auch immer wieder weiterempfehlen.

Sprecher 1 (00
21:34.01)
Da fällt mir so ein Satz ein, den man schon immer mal wieder liest oder hört oder wie auch immer. Ich höre den tatsächlich gar nicht so oft in Erstgesprächen, liegt aber mit Sicherheit auch daran, wenn sich jemand bei mir meldet, dann ist die Entscheidung grundsätzlich, irgendwie Marketing oder Akquise zu betreiben, irgendwo auch schon gefallen. Nichtsdestotrotz habe ich schon häufig mal so was wie, na ja, wenn ich fachlich einfach gut genug bin, dann kommen die Mandanten, also egal, was ich dann mache. Sprich so dieser Glaubenssatz auch, es reicht oder man muss einfach nur fachlich extrem gut sein und alles andere fügt sich dann. Aber irgendwie müssen ja auch potenzielle Mandanten davon erfahren, dass man fachlich gut ist. Dass es funktioniert?

Sprecher 2 (00
22:18.04)
Also ich glaube, dass es trotzdem die Basis ist von allem, dass man fachlich gut ist. Also davon, da gehe ich ab, also da gehe ich absolut mit. Da sollte man auch nur das anbieten, was man wirklich kann. Und B wird es ja am Ende des Tages im Projekt nachher einfach auch deutlich werden, ob ich es kann oder ob ich es nicht kann. Und ich glaube schon, dass gute Arbeit sich per se weiterempfiehlt auch und dass das einfach ein wahnsinnig wichtiger Faktor ist. Und trotzdem ist es so, ich nenne das mal Schaufensterprinzip. Wenn du grundsätzlich zwar gerade akut keinen Bedarf hast, aber potenziell einen Bedarf hättest, ich spinne jetzt mal rum, die eine neue Winterjacke zu kaufen, da muss die Winterjacke ja irgendwo auch sichtbar sein. Am besten im Schaufenster, im digitalen oder auch tatsächlich im Schaufenster um die Ecke im Laden. Und das müssen wir ja auch tun. Wir sind ja auch eine Marke als Berater, Beraterin letztendlich, auch der Anwalt und die Anwältin und wir beide ja auch. Das heißt, wir alle müssen genauso wie die Winterjacke uns einfach auch auf eine seriöse Art und Weise trotzdem irgendwo ins Digitale oder auf tatsächliche Schaufenster hin und wieder stellen, damit die Menschen eine Begehrlichkeit entwickeln können oder aber wissen, wenn sie denn jetzt einen Bedarf haben und jemanden brauchen, dann gehen sie genau in diesen Laden.

Sprecher 2 (00
23:40.09)
Dann werden sie genau diese Person buchen. Wenn du das vorher nicht getan hast, dann wirst du natürlich auch nicht in die engere Auswahl gezogen werden. Wie soll das funktionieren? Die meisten Menschen gehen ja jetzt nicht ins Internet und googeln, aber die werden sich jetzt nicht 20, 30, 40 Berater und Beraterinnen nacheinander listenmäßig tatsächlich anschauen, sondern da geht man über Empfehlungen zum Beispiel oder eine Person, die man oft gesehen und gesprochen hat und die man sympathisch findet. Der man das auch zutraut oder natürlich eine Person, mit der man schon sehr erfolgreich und gut zusammengearbeitet hat, die bucht man weiter oder fragt diese Person nach einer Empfehlung. So läuft das Geschäft ja am Ende des Tages nachher ab.

Sprecher 1 (00
24:28.14)
Häufig ja, genau, das stimmt. Also auch dieses ganz viele Seiten vergleichen wird meiner Erfahrung nach auch weniger über eben die KI, die zur Suche eingesetzt wird. Und da wird halt eine deutlich kleinere Liste am Ende an Empfehlungen genannt, wiederum von der KI als potenzielle Berater. Deswegen ja sehr wichtig, halt in dieser kleinen Liste auch drin zu sein, weil es am Ende ja auch irgendwie eine Empfehlung von bei vielen der Vertrauensperson, also der Vertrauens-KI quasi ist, um damit auch drin zu landen. Genau. Was glaube ich so ein häufiges Problem ist, dass man grundsätzlich schon verstanden hat, ja klar, ich muss schon irgendwie mehr Akquise machen, ich muss mich zeigen. Ich weiß aber nicht wie, beziehungsweise ich habe theoretisch schon ganz viele Ideen und am Ende gibt es noch Chatty und davon habe ich noch eine ganz große Liste von weiteren Ideen bekommen. Ich weiß aber jetzt nicht, womit ich anfangen soll. Wie löst man dann dieses Dilemma, um einfach mal so einen Schritt-für-Schritt-Plan sich zu erarbeiten? Womit startet man dann überhaupt, um erst mal in die Akquise zu kommen?

Sprecher 2 (00
25:38.19)
Also am Ende des Tages geht es immer um Prioritäten natürlich setzen. Das ist wichtig, das zu beherrschen und aus der Vielzahl der Möglichkeiten das auszusuchen, was möglicherweise, also man nennt das ja auch low-hanging fruits, das heißt also die Früchte, die mir am nächsten sind, die am tiefsten hängen, auch schnell abpflücken zu können. Also zu überlegen, wo ist die Wahrscheinlichkeit am höchsten, mit welcher Art von Akquise-Tool möglichst schnell sichtbar zu werden. Dazu braucht man vielleicht manchmal einen Sparringspartner mit Erfahrung. Manchmal kann man das auch selber vielleicht für sich klären. Manchmal reicht es aus, sich mit Kollegen und Kolleginnen vielleicht auch deren Erfahrungen darüber zu unterhalten. Ja, dann guckt man sicher auf ein Stückchen, was passt zu meiner Persönlichkeit? Würde auch nicht sagen, dass jedes Akquise-Tool oder jegliche Art von Akquise auch zu jeder Person passt. Ich finde, es muss auch irgendwie ein bisschen Spaß machen. Sonst kommt es auch einfach nicht gut rüber. Und bevor ich natürlich aber diese Vielzahl von Möglichkeiten, die du gerade ansprichst, mir überlege, was mache ich denn jetzt, muss ich mich sauber vorher positionieren. Und eigentlich ist es so, wenn ich mich vorher sauber positioniere und eine Markenbildung betreibe, also zu überlegen, was kann ich und wer hat Bedarf in meinem Segment, wer kann mich bezahlen, wo habe ich überhaupt in der Konstellation, in der ich unterwegs bin, eine Chance?

Sprecher 2 (00
27:01.23)
In größeren Kanzleien, kleineren Kanzleien, Einzelanwalt, Anwältin, wie auch immer, dann weiß ich und müsste mir die Frage eigentlich auch stellen, wo sind die Menschen, die einkaufen, die diesen Beratungsbedarf haben, eigentlich meistens unterwegs und wo informieren die sich? Und das ist nachher die Antwort darauf. Zum Beispiel, wenn du mich jetzt fragen würdest, macht es Sinn, LinkedIn zu machen oder macht es Sinn, Webinare zu geben? Oder immer noch Aufsätze zu veröffentlichen kamen. Was hältst du davon? Dann könnte ich das natürlich nie für alle mit Ja oder Nein beantworten, weil es hochgradig individuell ist, je nachdem, welche Zielgruppe ich auch erreichen möchte. Und das ist die eigentliche Hauptaufgabe. Das heißt also nicht nur die Priorisierung der Aufgaben, der To-dos, sondern einfach auch vorher eine saubere Markenbildung zu betreiben, zu wissen, wen ich ansprechen möchte und wo die Person unterwegs ist.

Sprecher 1 (00
27:56.17)
100%, also am Ende beziehungsweise am Anfang steht immer die Positionierung, also sprich, was bedeutet Positionierung? Aus meiner Sicht, dass man sich eben für ein bestimmtes Thema, für eine bestimmte Zielgruppe, das muss ja jetzt nicht zwangsläufig Rechtsgebiet sein, aber quasi für die Lösung eines bestimmten Problems von einer bestimmten Zielgruppe positioniert, also nach außen hin irgendwie Und daraufhin kann man die anderen Themen eigentlich alle ganz gut ableiten, weil wenn ich weiß, wen ich am Ende als potenzielle Mandantin oder Mandanten erreichen will, dann kann ich mir anschauen, wo sind denn diese Leute hauptsächlich und kann dann sehen, sind die viel auf LinkedIn, sind die viel auf TikTok, sind die generell die ganze Zeit nur in der KI mittlerweile nur noch oder suchen die klassisch bei Google oder was auch immer, sind die auf Veranstaltungen. Wie erreiche ich die am besten? Aber die Frage kann man aus meiner Sicht auch immer erst dann beantworten, wenn man weiß, wie man denn überhaupt erreichen will. Das stimmt. Das heißt also auch, beziehungsweise vielleicht anders gefragt, wie geht man denn vor, wenn man jetzt festgestellt hat, okay, ich muss mich wohl irgendwie positionieren? Wie finde ich da raus, für was ich mich positioniere?

Sprecher 1 (00
29:23.15)
Und da bekomme ich häufig so ein bisschen die Angst mit, dass man sich vielleicht ein bisschen zu eng positioniert oder spezialisiert und dann am Ende rechts und links zu viel liegen lässt potenziell.

Sprecher 2 (00
29:35.12)
Ja, also eine pauschale Antwort darauf zu geben, ist natürlich immer schwer. Ich beschreibe einfach mal, was so die Kriterien sind aus meiner Sicht. Und trotzdem muss man das sehr individualisiert natürlich immer betrachten. So, das eine, was ich natürlich machen könnte, ist auch ein bisschen über Vorbilder arbeiten. Wie machen es andere, die in ähnlichen Situationen sind wie ich? Und was läuft im Markt? Was ist akzeptiert? Also zum Beispiel, wie viel Expertise, unterschiedliche Expertise, wie viele Rechtsgebiete darf ich glaubwürdigerweise anbieten und werde trotzdem noch gebucht? Da kann ich manchmal ein bisschen ganz gut gucken, so was machen die anderen, die Wettbewerber, die hier jetzt vielleicht ganz interessante Testimonials für mich sind. Die das möglicherweise ja schon tun. Da würde ich einfach mal hingucken. Das wäre so das Erste. Das Zweite ist natürlich immer, was tue ich, was biete ich an? Das erst mal, was ich kann. Also das, was ich kann, ergibt sich jetzt eigentlich von selbst. Aber jetzt nicht Sachen zu tun, wo ich eben nicht die Beste bin, sondern eher tatsächlich das, wo ich auch herkomme. Das wäre schon sinnvoll, zumindest wenn es da Geschäft gibt, in dem Bereich auch weiterzubleiben. Und dann würde ich natürlich immer konsequent gucken, Wo gibt es Bedarf?

Sprecher 2 (00
30:45.19)
Also am Ende des Tages ist es dann auch fast egal vielleicht, was ich kann. Und wenn ich meine Leistung toll finde, aber der Kunde es nicht kauft, dann gibt es da ja irgendwie ein Mismatch, hätte ich fast gesagt. Das heißt, am Ende des Tages bestimmt natürlich immer der Markt und auch der Kunde, also der Mandant, die Mandantin, was gerade gebraucht wird. So, das kann sich manchmal relativ schnell ändern. Also wenn ich jetzt gerade mal zu Corona zum Beispiel zurückgehe, Coronaphase, aber es gab natürlich auch viele andere Phasen, wo was ganz anderes auf einmal eine Bedeutung hatte und gebraucht wurde, rechtlich tatsächlich, als noch vor Corona und auch nach Corona. Und das ist interessant. Und das tun zum Beispiel Anwälte und Anwältinnen, die so ein Unternehmergehen haben, das tun die schneller. Das heißt, die sind ganz nah am Markt und über ihre Gespräche mit potenziellen Mandanten, aber auch über viel Lesen, bekommt ihr relativ schnell mit, wo geht gerade die Strömung eigentlich hin? Also wofür wird Geld ausgegeben? Wo wollen Unternehmen investieren? Oder wo hat der Privatmensch möglicherweise gerade auch mehr Bedarf und braucht vielleicht Übersetzungsarbeit? Und es wäre natürlich klug, weil ich suche ja Geschäft als Unternehmer oder Unternehmerin, ein bisschen in diesen Bereich auch mit reinzugehen und zu gucken, was brauchen Menschen eigentlich heute?

Sprecher 2 (00
32:10.23)
Womit beschäftigen sie sich?

Sprecher 1 (00
32:12.14)
Noch mal ein kurzer Hinweis in eigener Sache auf meinen kostenfreien KI-Sichtbarkeitscheck. Wenn du wissen möchtest, welche KI dich wie empfiehlt und ob du besser dastehst als deine Mitbewerber und dann auch herausfinden möchtest, wie du das natürlich ändern kannst, dass du besser dastehst als deine Mitbewerber, dann geh doch gerne auf meine Website sebastiankringel.com und trag dich dort für den kostenfreien KI-Sichtbarkeitscheck ein. Das ist ein 15-minütiger Videocall. Ich prüfe dort live, wie du in den KIs zitiert wirst, von welchen. Wir schauen uns technische Sachen deiner Website an, wir schauen uns gerne auch an, wie du organisch in der klassischen Suche aufgestellt bist, und du bekommst von mir konkrete Ansätze zur Optimierung mit. Kein Pitch, einfach nur den Check. Und jetzt geht es weiter mit der Episode. Ja, aus meiner Sicht ist es auf jeden Fall so, dass am Ende der Markt entscheiden Sollte zumindest mal, welche Positionierung man sich aussucht und welche Positionierung man lebt und nach außen trägt, sowohl als auch welchen Kanal man nutzt am Ende. Weil wenn ich festgestellt habe über meine Positionierung, ich muss eine Zielgruppe erreichen, die sich hauptsächlich beispielsweise auf TikTok herumtreibt, dann bringt es mir wenig, wenn ich ganz viel auf LinkedIn mache und umgekehrt eben genauso.

Sprecher 1 (00
33:34.05)
Wenn ich irgendwelche Führungskräfte erreichen will, Dann bin ich wahrscheinlich besser mit LinkedIn beraten. Auch das muss man im Detail prüfen. Aber am Ende kommt es gar nicht oder sollte es nicht, zumindest nicht nur auf die persönliche Präferenz und die persönliche Erfahrung und Expertise ankommen, sondern man sollte halt auch immer schauen, was ich anzubieten habe. Ist es etwas, was der Markt auch sehen will? Auf welchem Kanal will er das sehen? Und kauft das am Ende auch als Beratungsleistung oder wie auch immer? Von dem her ist die Positionierung und damit auch so ein Feedback vom Markt einfach sehr wichtig, bevor man irgendwie in eine falsche Richtung losläuft. Sehe ich auch so. Ich schaue mir da auch immer ganz gern noch mal ganz klassisch aus der Suchmaschinenoptimierung Suchvolumen an, um einfach mal abzuschätzen, wie viele Personen suchen denn pro Monat nach den Themen, die rund um mein potenzielles Positionierungsthema stehen? Und kann mir dann auch anschauen, wie hat sich das über die Zeit verändert, über Google Trends oder so was. Ich kann mir immer anschauen, wie hoch ist da auch die Dichte an Wettbewerb, also wie schwierig ist es da jetzt noch quasi auf Position 1 oder auf Seite 1 vorzukommen, und das ist auch immer ein sehr guter Indikator, wie viel in dem Markt einfach los ist.

Sprecher 1 (00
34:46.06)
Und wenn ich dann 2 Positionierungen zur Auswahl habe und für mich theoretisch beide gleich gut funktionieren würden, dann kann man sich halt auch die aussuchen, die jetzt mal datenbasiert quasi aus dem Bereich, die sinnvollere vielleicht ist. Da gibt es natürlich auch viele andere Datenquellen und so, aber gerade so für mich, ich komme ja irgendwie, ich habe mal angefangen als Webdesigner und dann als reiner SEO, bis ich mich da weiter in die Kanzleiwelt vorgearbeitet habe, ist das immer ein sehr, sehr schneller Weg, um einfach zu sehen, will der Markt einfach irgendwas von dem Thema überhaupt wissen.

Sprecher 2 (00
35:20.08)
Ja, total wichtig, was du sagst, in der Tat, dass man da einfach auch nochmal recherchiert. Ja, im besten Fall eine Kombination aus dem, was ich kann und was ich auch wirklich mag, wo ich eine Leidenschaft habe. Weil dafür arbeitet man ja irgendwie auch. Aber am Ende des Tages kauft der Kunde oder der Mandant oder eben nicht. Und beides miteinander zu vereinen, das wäre das Optimum.

Sprecher 1 (00
35:44.18)
Auf jeden Fall. Gibt es denn so eine bestimmte Zeit, wo du sagst, das ist realistisch, die sollte man auch investieren, zum Beispiel pro Woche als beispielsweise Partner oder eben generell, wenn man sich mit dem Thema Akquise, Business Development beschäftigt? Was sollte man sich da etwa einplanen?

Sprecher 2 (00
36:06.16)
Also das machen Menschen sehr unterschiedlich. Es gibt Menschen, die ich kenne, die so 10, 15 Minuten pro Tag Business Development machen. Das ist ein bisschen LinkedIn vielleicht, das ist vielleicht jemanden mal wieder zum Lunchen einzuladen. Oder vielleicht jemanden anzurufen oder vielleicht irgendwo mich für einen Vortrag in Position zu bringen, sodass diese vierte Stunde, das kann morgens, mittags, abends sein. Und es gibt Menschen, die machen das geballt, vielleicht eine halbe Stunde oder eine Dreiviertelstunde einmal in der Woche. Ich würde mindestens es einmal in der Woche machen. Ich würde es nicht einmal nur im Monat machen. Ich glaube, das ist zu wenig. Eigentlich sollte, finde ich, Business Development jeden Tag stattfinden. Eine Viertelstunde, 10 Minuten, diese kleinen Touchpoints letztendlich. Und je besser ich positioniert bin und je klarer ich weiß, was ich zu tun habe, desto kleinteiliger kann ich Sachen auch anstoßen. Wenn ich eine Liste habe und weiß, der Herr Müller ist mal wieder jetzt dran oder die Frau Meier muss ich mal wieder anrufen, dann kann ich das tun. Wenn ich natürlich erst mal überlege, 15 Minuten Business Development, was mache ich denn jetzt? Und ich habe gar keinen Plan, ich habe gar keine Positionierung, ich habe mir nichts vorher erarbeitet und zurechtgelegt, dann verstehe ich auch, Dass man lieber eine Akte nimmt und sagt, ich arbeite lieber.

Sprecher 2 (00
37:23.05)
Ich schaffe lieber weiter eine Stunde Billable Hours, die ist wenigstens abrechenbar, bevor ich Non-Billable Arbeit mache. Total verstanden, aber es rächt sich am Ende des Tages, wenn ich nicht anfange, irgendwann in den Business Development Bereich einzutreten.

Sprecher 1 (00
37:40.19)
Ja, stimmt. Also ohne Plan wirkt alles sehr Ja, wirr, man weiß nicht, was man machen soll und dann schwindet verständlicherweise auch die Lust, sich damit weiter zu beschäftigen. Vor allem, wenn man eben die Wahl hat und noch irgendwelche abbrechenbaren Stunden.

Sprecher 2 (00
37:58.13)
Genau.

Sprecher 1 (00
37:59.06)
Weil wenn man die Wahl nicht hat, dann ist man jetzt natürlich leichter in die Akquise zu gehen, aber irgendwas ist ja meistens immer zu tun. Ja, das stimmt.

Sprecher 2 (00
38:06.11)
Das ist so, weißt du, wie bei der Examensvorbereitung, wo jeder eine tiptop aufgeräumte Küche hatte, die Wohnung war geputzt, war alles getan. Weil man immer, bevor man arbeiten werden musste, doch mal kurz dachte, ich muss die Küche noch putzen, muss die Wäsche noch machen. Also total nachvollziehbar. Und ich meine, es geht uns allen so, wir sind alle nur Menschen. Und das ist immer alles aus der Komfortzone heraus. Sachen, die ich nicht jeden Tag mache, die erst mal sich fremd anfühlen. Dennoch muss ich es machen, wenn ich zumindest unternehmerisch tätig sein möchte. Und das Interessante ist ja, Wenn ich es 3-, 5-, 10-mal gemacht habe, ist es nicht mehr fremd. Also irgendwann wird es zur erweiterten Komfortzone, ja. Und es ist nichts mehr, wo ich mich hindrängen muss, sondern ich mache es, weil es entweder Disziplin geworden ist oder weil ich es auch gerne mache mittlerweile.

Sprecher 1 (00
38:56.07)
Ja, ja. Solange man sich einmal einen guten Plan erarbeitet, gerne auch mit Unterstützung, weil Vieles sieht man einfach dann aus der Betriebsblindheit irgendwie raus, nicht? Und diesen Plan ein paar Mal umgesetzt hat, dann wird es auch immer leichter und dann ist auch so diese Aversion dagegen häufig ganz schnell weg eigentlich auch wieder.

Sprecher 2 (00
39:20.03)
Ja, weißt du, und wenn dann noch die ersten Tore fallen, sage ich jetzt mal so, also im Sinne von, wenn die ersten Erfolge kommen, dann ist doch alles perfekt. Also dann merken wir meistens auch die Menschen, die sich echt quälen, Geschäftsentwicklung zu betreiben. Sie merken, es kann total Spaß machen. Das ist nur mein Kontakt jetzt gewesen. Das war jetzt mein Geschäft, was ich jetzt gemacht habe. Hurra. Ja, und ich glaube, diese Erfolgserlebnisse brauchen wir zwischendurch auch.

Sprecher 1 (00
39:46.23)
Unbedingt, ja. Und je mehr man von diesen Erfolgserlebnissen bekommt, desto schwieriger wird es wahrscheinlich, in die Abarbeitung zu gehen, weil man eben den nächsten Abschluss wieder sucht. Das dreht sich dann häufig erfahrungsgemäß, dass man da sehr viel Spaß dann findet auch, wenn man eben die Ergebnisse und die Früchte der Arbeit sozusagen sieht. Ein Thema würde ich gerne noch mit dir ansprechen, und das ist das, was du zu Beginn angesprochen hattest, wovor viele so eine gewisse, ja, ich weiß nicht, ob es eine Angst ist, aber auf jeden Fall eine gewisse Unsicherheit spüren oder sehen. Das Thema mit KI, was das verändert und wie man damit jetzt im Kanzleialltag umgehen sollte. Was muss man alles umstellen? Muss man überhaupt alles umstellen? Und gibt es morgen überhaupt noch Nachfrage nach anwaltlicher Beratung oder macht das alles eine KI?

Sprecher 2 (00
40:39.16)
Also ich bin natürlich auch keine, die in die Glaspuppe gucken kann. Ich denke nur, dass das Thema natürlich absolut relevant ist und da muss man hingucken. Es wird manchmal aber vielleicht heißer gekocht, hätte ich fast gesagt, als gegessen wird. Also wie es bisher häufig mit Veränderungen ist. Also wenn man sich Studien anschaut, die, die ich zumindest aktuell im Moment kenne, dann werden natürlich einige Jobs auch wegfallen, aber die meisten werden sich transformieren. Das heißt also, viele Jobs werden zusätzlich zu dem, was jetzt heute da gemacht wird, zusätzliche Fähigkeiten brauchen oder Menschen brauchen, die noch andere Fähigkeiten mitbringen. Das heißt, es geht nicht darum, dass unser unser Beratungsangebot komplett ersetzt wird durch KI oder AI, sondern dass es einfach ein Stück weit modifiziert wird, aber auch neue Möglichkeiten bietet, dass ich andere Sachen anbiete. Und ich glaube, da müssen wir zusätzlich mehr hingucken. Also natürlich auch, was fällt weg? Oder aber zu sagen, das, was wegfällt, biete ich das trotzdem an, aber für einen ganz kleinen Preis, weil es ein Einstiegsprodukt ist. Und ich darüber die Beratung erst mal, die Beratungsmandate zu mir hole? Und wo verdiene ich dann mittelfristig Geld? Mit welcher Art von Produkt?

Sprecher 2 (00
41:54.17)
So, und da kenne ich im Moment, begleite zumindest Workshops gerade viele Kanzleien, auch Steuerberatungskanzleien darin zu gucken, wo genau geht die Reise hin? Also was wird Commodity im Sinne von, was wird ein kleiner, also was wird wirklich Basisgeschäft werden, wo ich früher gutes Geld mitgemacht habe, wo was aber weiterhin bleiben muss, weil es der Einstiegsbereich ist? Weil ohne das komme ich nicht zum Premium-Beratungssegment. Und dann zu überlegen, welche neuen Produkte kann ich platzieren? So, und das ist unsere Aufgabe, glaube ich, gerade herauszufinden. A, welche neuen Fähigkeiten brauchen unsere Menschen in den Jobs? Weil vieles sich, wie gesagt, transformiert und nicht komplett wegfallen wird. Ich brauche ja neue Fähigkeiten. Und das Zweite zusätzlich ist, und welche neuen Produkte entstehen daraus eigentlich oder Dienstleistungen? Und da wird nicht immer hingeguckt, sage ich mal so. Ich glaube, manche verharren im Moment auch ein bisschen in der Angst, was ich nachvollziehen kann. Ich glaube aber, dass man gut daran tut, schon auch gerne ein bisschen Angst zu haben, ist ja auch in Ordnung, aber dann aufzustehen und zu sagen, mich interessiert das Neue jetzt einfach daran. Wir müssen jetzt aktiv werden und kreieren und gestalten.

Sprecher 1 (00
43:09.08)
Was würdest du sagen, sind das für Fähigkeiten, die da in Zukunft deutlich stärker gefordert werden, die vielleicht jetzt gerade noch gar nicht so relevant sind oder früher zumindest noch gar nicht so relevant waren?

Sprecher 2 (00
43:20.12)
Im Moment ist es ja einfach so, dass man natürlich die Arbeitsergebnisse von KI einfach auch entsprechend auf Schlüssigkeit und Stimmigkeit sich anschauen muss. Also diese Analysefähigkeit, sage ich jetzt mal so, die ist absolut wichtig. Also was kann ich übernehmen, was übernehme ich nicht? Das ist vielleicht sogar noch aufwendiger, als wenn ich das Ganze selbst am Anfang vielleicht erarbeitet hätte. Aber das kann ich nicht jetzt für alle beurteilen, das weiß jeder sicher selber. Das ist sicher wichtig. Also ich glaube, dass das vielleicht eine der zentralsten Geschichten auch sein wird. Also dieses Thema, wir haben da jetzt was vorbereitet, wie übernehmen wir was? Vielleicht auch, wie verkaufen wir was? Wie geben wir Mandanten auch ein gutes Gefühl, dass wir nah am Puls der Zeit sind mit unseren Dienstleistungen, so wie wir sie auch kreieren? Aber auf der anderen Seite tatsächlich auch trotzdem gute Beratungsmehrwerte noch anbieten. Also diese Kommunikation Mandanten gegenüber, glaube ich, die abzuholen, die aufzuklären, sie mit einzubeziehen in den Arbeitsprozess. Ich glaube, das ist auch ein wichtiges Thema.

Sprecher 1 (00
44:28.17)
Ja, denke ich auch, definitiv. Ich denke auch, dass das Thema, so blöd es klingt, aber Führung und Kommunikation am Ende da auch immer wichtiger wird, weil man eben verschiedene KIs irgendwie führen muss und verschiedene Aufgaben, die man halt gut an die KI delegieren kann, an viele KIs delegiert und am Ende dann halt viele Arbeiten dann immer wieder reviewt und so gefühlt ein Team von eben KIs unter sich hat und da irgendwie schauen muss, dass man da am Ende produktiv bleibt und gute Arbeitsergebnisse abliefert. Was ich gerade so bei kleinen und Einzelkanzleien sehe, mit denen ich zusammenarbeiten darf, die da sehr stark ins Thema reingehen, dass die alle rückmelden, dass sie einfach jetzt schon quasi abarbeiten könnten, wo sie eigentlich vor ein paar Jahren jetzt mittlerweile schon einige Mitarbeiter hätten einstellen müssen, weil halt viele so von diesen, ich sage jetzt mal, zeitaufwendigen Tasks irgendwie viel, viel schneller gehen und man halt einfach viel mehr in geringerer Zeit machen kann, aber sich die Aufgaben dann halt auch so ein bisschen ändern, gerade zu diesem schauen, ist alles plausibel, ist alles richtig, und man steckt dann irgendwie gleichzeitig in mehr Akten drin, als man sonst gemacht hätte.

Sprecher 1 (00
45:45.18)
Also da nicht den Überblick zu verlieren, ist, glaube ich, ein sehr schwieriger Skill, aber ja, wenn man den beherrscht, kann man auf jeden Fall mit weniger Manpower deutlich produktiver sein, würde ich mal sagen.

Sprecher 2 (00
45:58.17)
Genau, sowas wie gerade SaaS-Featuren.

Sprecher 1 (00
46:01.17)
Ja, aber ich denke auch nicht, dass da die Beratungsleistung wegfällt. Wie gesagt, man kann halt manche Sachen schneller liefern, kann die dann auch günstiger anbieten, ist vielleicht auch ein Wettbewerbsvorteil und kann dann eben auf die Themen überleiten, die vielleicht sowieso schon immer ein bisschen mehr Spaß gemacht haben, die tiefer in die Beratung gehen, die besser abgerechnet werden können. Genau, aber man muss da halt flexibel bleiben.

Sprecher 2 (00
46:26.05)
Also Führung und Kommunikation und natürlich das Thema, ein Riesenthema wird sein, Ausbildung einfach. Also wie bildet man eigentlich Menschen von Junior- zu Seniorstufe aus? Das wird sich jetzt verändern, weil viele Kanzleien einfach im Juniorenbereich gar nicht so viel einstellen mehr, weil sie durch KI gelernt haben, dass sie die gleichen Arbeitsergebnisse schneller oder besser bekommen und dann auch preiswerter. Und am Ende des Tages, aber ich kann das ja nicht aufgehen, weil ein Junior, der nie Arbeit machen darf, weil er nicht gelernt hat, wird ja nicht zum Senior. Und das wird eine spannende Fragestellung sein, glaube ich, wo wir auch noch mal hingucken müssen alle.

Sprecher 1 (00
47:03.02)
Was würden Sie an der Stelle, oder was würdest du an der Stelle jemandem empfehlen, der jetzt eben an der Juniorstelle steht, vielleicht einen Job sucht, vielleicht einen Job hat, der aber perspektivisch irgendwann natürlich auch mal vielleicht auf ein Partnerprojekt will oder was auch immer, auf jeden Fall nicht auf der Einstiegsstelle stehen bleiben will? Mit was sollte man sich denn beschäftigen, um möglichst interessant, relevant für die Kanzleien zu sein, bei denen man arbeiten möchte und eben auch für den Markt letztendlich?

Sprecher 2 (00
47:34.19)
Ich glaube, man muss sich einfach, weil ja im Grunde jetzt, du kannst ja jetzt noch nicht 10 Kurse buchen, also könntest du buchen, aber da muss ja erst Erfahrung gesammelt werden. Ich glaube, vieles ist Learning on the Job. Ich glaube, man braucht heutzutage einfach eine Kanzlei, die offen ist, die einfach Lust hat auf Entwicklung, die einfach auch Möglichkeiten bietet, sich auszuprobieren, auch Möglichkeiten bietet zu diskutieren. Ich glaube, da ist man schon ganz gut dabei, ehrlich gesagt. Und dann wird sich die Zeit ihren Weg bahnen und ich werde dann schauen. Also ich glaube einfach, wo ich heute nicht mehr hingehen würde, ich würde jetzt nicht in eine Kanzlei gehen, die das ignoriert. Ich weiß gar nicht, ob es überhaupt Kanzleien gibt, die das komplett ignorieren. Aber wenn es so wäre oder die sich da wirklich sehr schwer mit tun, mit dieser ganzen Transformation, Das würde ich nicht raten, weil ich glaube, dass wir müssen im Fluss bleiben. Wir müssen uns ausprobieren dürfen. Wir müssen Erfahrung sammeln. Nur darüber werden neue Sachen jetzt kreiert werden.

Sprecher 1 (00
48:33.05)
Also eine Kanzlei suchen, die sehr offen gegenüber Neuem ist und die offen gegenüber Testen, Ausprobieren und daraus Lernen ist. Genau. Nicht quasi dahingehen, wo es Das heißt, da haben wir immer schon so gemacht, machen wir auch weiterhin so.

Sprecher 2 (00
48:49.18)
50 Jahre hält das noch.

Sprecher 1 (00
48:51.11)
Genau. Locker. Genau. Ja, je nachdem, wer es sagt, vielleicht reicht es da bis zur Rente noch, aber für die eigene dann wahrscheinlich nicht mehr. Nee. Genau. Ja, sehr spannend. Wir müssen leider so langsam schon zum Schluss kommen, aber ich glaube, da würde sich auch noch genug Gesprächsstoff vielleicht für mal eine zweite Episode oder so was geben. Hat mir auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht, war sehr, sehr spannend und interessant für mich. Wo findet man denn dich am besten? Kontaktiert man dich am besten, wenn man sagt, das Thema sollte und will ich jetzt auf jeden Fall mal angehen?

Sprecher 2 (00
49:23.19)
Genau, also ihr findet mich unter meiner Website www.carmenschön.de oder auf LinkedIn über Schönmanagementberatung. Da habe ich meistens jetzt zweimal in der Woche mindestens einen Post, den ich absetze. Und da sind alle herzlich eingeladen, die Lust haben, so ein bisschen mitzudiskutieren und zu denken. Ja, sich einfach einzuklinken in die Community.

Sprecher 1 (00
49:47.15)
Ja, sehr schön. Ich werde auch alles unter der Podcast-Episode verlinken oder drüber oder daneben, je nachdem, wo sie dann erscheint und wo man sie sieht. Und dann wird man dich da auf jeden Fall finden. Vielen, vielen Dank für deine Zeit. Hat mich sehr gefreut.

Sprecher 2 (00
50:00.06)
Danke, Sebastian. Mich auch.

Sprecher 1 (00
50:01.13)
Vielleicht zum nächsten Mal.

Sprecher 2 (00
50:03.14)
Danke. Tschüss.

Sprecher 1 (00
50:05.14)
Tschüss. Das war die aktuelle Folge des Kanzleimarketing Podcasts. Vielen Dank fürs Zuhören und oder Zuschauen, je nachdem, auf welchem Kanal du hier mit dabei warst. Falls du Interesse hast, selbst mal im Podcast dabei zu sein oder jemanden kennst, der sich super eignen würde für ein Podcast-Interview, dann melde dich gerne bei mir einfach unter meiner Webseite sebastiankringle.com. Das Kontaktformular nutzen, das ist der einfachste Weg, oder unter kanzleimarketingpodcast.de. Falls du noch Interesse hast an meinem kostenfreien KI-Sichtbarkeitscheck, dann geh auch gerne auf meine Website. Dort kannst du einen kostenfreien 15-minütigen Videocall buchen, wo wir uns einfach anschauen, wo du stehst, welche deiner Mitbewerber vielleicht über oder unter dir stehen, und vor allem ganz wichtig, welche konkreten Ansätze du mitnehmen könntest, um zu optimieren, dass du zukunftssicher auch von den KIs genannt wirst und dich nicht nur in Anführungszeichen auf die klassische Suche konzentrierst. Wenn du Interesse hast, trag dich gerne ein unter sebastianklingel.com. Ansonsten freue ich mich, wenn du auch wieder bei der nächsten Episode des Kanzleimarketing Podcasts mit dabei bist.

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